Airbag Autolexikon
Die Entwicklung des Airbags begann im Jahre 1967 und erforderte auf vielen Gebieten Pionierarbeit. Zwar existierte die Idee für ein solches Luftpolster bereits seit Anfang der Fünfzigerjahre, doch für seine Realisierung gab es keine technischen Lösungen. Mercedes-Ingenieure brachten sowohl die Auslösesensorik als auch den Gasgenerator voran, der das Luftpolster in nur 30 Millisekunden entfaltet. Sie entwickelten auch das reißfeste Gewebe des Luftsacks, verbesserten sein Aufblasverhalten und schafften es schließlich, das komplette System im Pralltopf eines Lenkrads unterzubringen.
Nach mehr als 250 Fahrzeug-Crashtests, 2500 Schlittenversuchen und über sieben Millionen Testkilometern in Versuchswagen war der Airbag schließlich im Dezember 1980 serienreif und feierte zusammen mit dem ebenfalls neuen Gurtstraffer in der Mercedes-Benz S-Klasse Weltpremiere. Bereits 1991 waren rund 28 Prozent aller Mercedes-Personenwagen mit Fahrer-Airbag ausgestattet. Seit Oktober 1992 gehört das Luftpolster zur Serienausstattung der Automobile mit dem Stern.
US-Statistik: Seit 1987 rettete der Airbag über 14 200 Menschen das Leben
Von Anfang an hatte Mercedes-Benz den Airbag als Ergänzung zum Dreipunktgurt konzipiert, der vor allem beim Frontal-Crash zusätzlichen Schutz bieten soll. Dass dieses Prinzip richtig ist, zeigen die Ergebnisse der Unfallforschung: Wurden in den Siebzigerjahren bei sehr schweren Frontalkollisionen in Deutschland rund 30 Prozent der angeschnallten Fahrer von Mercedes-Personenwagen lebensgefährlich verletzt, so registrieren Mercedes-Fachleute heute durch das sehr gute Zusammenwirken von Airbag, Gurt, Gurtstraffer und anderen Schutzmaßnahmen keine Unfälle mit dieser hohen Verletzungsschwere mehr.
Hochgerechnet auf den gesamten Pkw-Bestand bedeuten diese Resultate der Mercedes-Unfallforschung, dass der Airbag seit 1990 in Deutschland zur Rettung von insgesamt über 2500 Menschenleben beitrug.
Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde ermittelte, dass der Airbag bei Unfällen jeden dritten Auto-Insassen vor schweren Verletzungen bewahrt. Rund jeder sechste verunglückte Fahrer und Beifahrer verdankt dem Luftpolster sein Leben. In den USA hat der Airbag seit 1987 über 14 200 Auto-Insassen vor dem Unfalltod bewahrt.
Mercedes-Innovationen: Side- und Windowbags ergänzen das Schutzpaket
Ihren großen Vorsprung bei der Airbag-Entwicklung nutzten die Mercedes-Ingenieure, um das Schutzsystem kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nach der Weltpremiere des Fahrer-Airbags folgte 1988 der Beifahrer-Airbag und 1995 bot Mercedes-Benz als eine der ersten Automobilmarken einen Seiten-Airbag an, dessen Schutzwirkung seit 1998 durch den Windowbag ergänzt wird. Ebenfalls im Jahre 1998 stellte Mercedes-Benz adaptive Airbags vor, die sich je nach Unfallsituation in zwei Stufen entfalten und dadurch einen noch wirksameren Insassenschutz ermöglichen.
Auch der präventive Insassenschutz PRE-SAFE®, den Mercedes-Benz seit 2002 als weltweit einzige Automobilmarke in diesem Umfang anbietet, steigert die Schutzwirkung von Gurt und Airbag: Durch die präventive Straffung der vorderen Sicherheitsgurte und die Positionierung der Sitze vor einem drohenden Unfall werden die Insassen so auf den möglichen Zusammenstoß vorbereitet, dass Gurte und Airbags bestmöglich arbeiten können.
Moderne Mercedes-Personenwagen wie die neue S-Klasse sind mit insgesamt acht Airbags ausgestattet: zwei adaptiven Front-Airbags, vier Sidebags und zwei Windowbags. Die Airbag-Technik überprüft sich selbst, ist wartungsfrei und bleibt während der gesamten Lebenszeit eines Mercedes-Personenwagens funktionstüchtig.
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