Die erste große Klassiker-Messe zu Beginn des Jahres. Der Start in die neue Saison. Die internationale Messe im Norden Europas:
Für Oldtimer, Youngtimer, Automobile und Motorräder, Klassiker und Motorsport, Ersatzteile und Restaurierung. Mit über 550 Ausstellern aus 11 Nationen und über 33.500 Besuchern aus ganz Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien.
Fachlich anspruchsvoll, qualitativ hochwertig und mit einer Atmosphäre, die sowohl Besucher als auch Aussteller zu schätzen wissen.
Einen Querschnitt durch die Geschichte britischer Motorräder zeigt die Sonderschau im Zweiradbereich der Bremen Classic Motorshow vom 6. bis 8. Februar. Fünf Jahrzehnte voller innovativer Technik, klassischem Design und sportlicher Aura – ganz gleich, ob die Maschinen nun aus der Zeit von 1901 bis 1914 oder aus den Golden Fifties stammen. Diese Zeitspanne umfasst die Jahre, in denen der englische Motorradbau in der Welt tonangebend war. Möglich wird die Ausstellung durch die Mitglieder des Veteranen-Fahrzeug-Verbandes e.V., denn es sind vorwiegend ihre Maschinen, die hier präsentiert werden. Martin Grundmeyer, der die Ausstellung organisiert und betreut, erklärt dazu: „Wir haben alles Erdenkliche getan, um das bereits in den Vorjahren erreichte hohe Niveau mindestens zu halten, wenn nicht gar zu übertreffen!“
Bereits vor dem ersten Weltkrieg waren britische Maschinen durch sportliche Wettbewerbe und die Anforderungen des Alltags auf Zuverlässigkeit bei hoher Leistung getrimmt. Während hierzulande zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine restriktive Steuergesetzgebung und soziale Ressentiments Motorradfahrern das Leben schwer machten, fuhren in England ganz selbstverständlich auch sportliche Damen, erfolgreiche Unternehmer oder geistliche Herren in Beruf und Freizeit Motorrad. Das Tempolimit im Vereinigten Königreich umgingen die Briten zunächst, indem die Auto Cycle Union ihre Motorradrennen auf der Isle of Man abhielt und viele Wettbewerbe von vorne herein im Gelände ausgetragen wurden. Aus einer sportlichen Haltung, einer generellen Technikbegeisterung und den technischen Möglichkeiten der Produktion in der britischen Industrie entstand eine vielgestaltige Motorradszene, wie sie weltweit bis in die 70er Jahre ihresgleichen suchte. Für die ersten sechs Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts legte der britische Motorradbau die Messlatte für die Konkurrenten hoch.
Unbestrittener Star der Show ist die rare Wooler „Flat Four“ von 1953. Der vierzylindrige Boxermotor mit dem Kardantrieb zum Hinterrad in der Konstruktion des John Wooler verkörpert prinzipiell die Deutsche Schule des Motorradbaus, dürfte aber den meisten europäischen Motorradfreunden vollkommen unbekannt sein. Keine 100 Maschinen dieses Typs der kleinen Marke entstanden, und weniger als ein Dutzend davon überlebte weltweit. Noch niemals bisher war auf dem Kontinent eine Wooler ausgestellt. Die Wooler ist ein erstklassiges Beispiel für die Mischung aus kühlem Pragmatismus und selbstbewusster Exzentrik, die britische Maschinen so einzigartig macht. Von englischer Kreativität zeugen auch die flüssig gekühlten Zweitakter von Scott, die Quadratvierzylinder von Ariel oder die vierventilige Rudge, die in den zwanziger Jahren schon mit integralen Bremssystemen brillierten.