8. Treffen für Dieselmotorräder in Hamm
Ihm habe es immer "die Schamesröte ins Gesicht getrieben", wenn jeder Volkswagen Lupo oder Smart mehr Kraftstoff verbrauchte als er mit seinem Motorrad, sagt Reinhard Hötger. Der Diplom-Ingenieur aus Ostfriesland ist Initiator des Dieselmotorradtreffens und hat mit seinem Eigenbau "Flitzibitzi" auf einer Fahrt vom Nordkap nach Gibraltar im Durchschnitt 1,88 Liter pro 100 Kilometer verbraucht. Die Eckdaten der Konstruktion: MZ TS-Rahmen, 11-PS-Lombardini-Einzylinder und 133 Kilogramm Trockengewicht.
Während das Gros der Teilnehmer auf stationäre Industrie- und Baumaschinenmotoren zurückgreift, kommen immer häufiger auch leistungsstärkere Pkw-Motoren zum Einsatz. Neben dem beliebten Dreizylinder-Diesel von Daihatsu werden auch Diesel von Peugeot und Smart sowie aus dem VW Golf oder Ford Escort verbaut.
Während viele Selbstzünder-Motorräder ihre Herkunft aus der heimischen Garage nicht verheimlichen können, gibt es in Hamm auch immer wieder Maschinen zu sehen, die optisch als Serienfahrzeuge durchgehen könnten. Zumindest in Kleinserie gefertigt werden bislang die "Sommer" und die "Dieselwiesel", von denen zusammen bislang mehr als 300 Stück abgesetzt wurden. Jochen Sommer aus Eppstein im Taunus bestückt bei einen Royal-Enfield-Rahmen mit einem 11 PS starken Hatz-Einzylinder mit 462 Kubikzentimetern Hubraum, und Bernhard Leitner aus dem bayerischen Nittendorf nutzt für seine Kleinproduktion alte Suzukis, die einen 10 PS starken 406-ccm-Yanmar-Motor erhalten, der üblicherweise Stromerzeuger antreibt. Der Durchschnittsverbrauch wird mit 1,5 bis 2 Litern pro 100 Kilometer angegeben.
Das Internationale Dieselmotorradtreffen findet auf dem Gelände des Brauhofs Wilshaus statt und steht jedem Besucher offen. Im vergangenen Jahr gab es auch Gelegenheit zu Probefahrten mit einer "Sommer" und der "Dieselwiesel". (ar/jri) Letzte Änderung: 06.09.2008
Der 90-PS-Turbodiesel aus dem alten Ford Escort treibt die beiden Eigenbaugespanne des Ehepaars Rohwedder aus Schleswig-Holstein an. Foto: Auto-Reporter
Die MZ wird gerne als Ausgangsbasis für Dieselmotorräder benutzt. Foto: Auto-Reporter
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