ACE bemängelt verhalten an STOP-Schildern
Die Erhebung beruht auf Verkehrsbeobachtungen, in die der ACE von März bis Mai 2009 bundesweit mehr als 320 000 Fahrzeuge einbezogen hatte. Danach spielen Radfahrer an STOP-Schildern mit 62,22 Prozent und an roten Ampeln mit 14,85 Prozent Regelverstößen eine besonders unrühmliche Rolle.
In zahlreichen Städten quert laut ACE jeder zweite Autofahrer die Haltelinie eines STOP-Schildes, ohne zuvor dort anzuhalten, wie es vorgeschrieben ist. Die durchschnittliche Quote der Verkehrsübertretungen an STOP-Schildern liegt der Studie zufolge in Deutschland bei rund 46,50 Prozent. Thüringen errang hier mit einem Verkehrsverstoß-Anteil von 67 Prozent erneut einen Negativrekord.
Im Bundesdurchschnitt beträgt der Anteil der Rotlichtverstöße laut 2,61 Prozent. Bei diesem Verkehrsvergehen führend sind hinter den Radlern die Fahrer von Transportern mit einem Anteil von 3,2 Prozent. Es folgen mit abnehmender Auffälligkeit Motorradfahrer (3,01%), Bus- und Lkw-Fahrer (2,64%) und Pkw-Fahrer (1,90%). In Bayern (1,74%) und Bremen (1,48%) registrierten die Verkehrsinspektoren des Clubs die wenigsten Rotlichtverstöße. Bei Gelb überfuhren im bundesweiten Schnitt noch 5,63 Prozent der Fahrzeugführer die Ampel, obwohl sie verpflichtet waren, hier anzuhalten.
Die ehrenamtlichen Verkehrsinspektoren des ACE beobachteten bundesweit im Rahmen von 882 Einzelaktionen in 210 Städten und Gemeinden das Regelverhalten der Verkehrsteilnehmer nach einem einheitlichen Schema. In die Erhebung einbezogen waren insgesamt 320 052 Fahrzeuge. Die seit Frühjahr laufende Kampagne des Clubs stand unter dem Motto "Denk dran. Halt an!" Die Aktion wurde begleitet von lustigen STOP-Schild- und Ampel-Maskottchen. Nach Auskunft von ACE-Projektleiter Bruno Merz war es seit 2005 die fünfte Aktion in Folge, die sein Club einem besonders prekären Verkehrssicherheitsthema widmete.
Laut ACE passierten 2007 in Deutschland mehr als 98 000 Verkehrsunfälle wegen Missachtung einer roten Ampel oder eines STOP-Schildes. Dabei wurden 413 Verkehrsteilnehmer getötet, 50 000 trugen teils schwere Verletzungen davon. (ar/nic)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 26.08.2009
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