ACE: Mehr als jeder zweite Schulweg hat Sicherheitsdefizite
Unter dem Motto "Schulweg-Doktor" hatte der Club im vergangenen halben Jahr bundesweit 283 Schulwege gemeinsam mit kommunalen Verkehrssicherheitsorganisationen vor Ort unter die Lupe genommen. Typische Sicherheitsmängel an den inspizierten Schulwegen sind mangelhafte Beschilderungen, fehlende Zebrastreifen oder Ampeln, problematische Parkraumorganisation, fehlende Tempolimits und keine Schülerlotsendienste. Meistens sind es aber weniger straßenbauliche Gegebenheiten, die Gefahren bergen, sondern vor allem das Fehlverhalten von Eltern selbst. Sie parken nach Beobachtungen des ACE mit ihren Autos die Gehwege zu oder lassen ihre Kinder auf der falschen Seite aussteigen.
Kinder können Entfernung und Geschwindigkeit noch nicht richtig einschätzen. Ihr räumliches Vorstellungsvermögen und die Wahrnehmung von komplexen Situationen ist bei ihnen noch nicht voll entwickelt. Um im Straßenverkehr die Handlungsabsichten erwachsener Verkehrsteilnehmer zu erkennen, fehle es den Kindern zudem an Erfahrung. Daher seien feste Regeln, kindgerechte straßenbauliche Strukturen sowie das vorbildliche Verhalten aller Eltern im Straßenverkehr besonders wichtig, so der Automobilclub.
Aus Sicht des ACE erscheinen so genannte Schulwegpläne grundsätzlich sinnvoll. Sie sorgen nach Darstellung des Clubs aber nicht per se dafür, die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Im Saarland beispielsweise werden Schulwegpläne zwar offiziell empfohlen. Dennoch passieren dort überdurchschnittlich viele Schulwegunfälle. In Berlin hingegen existieren überhaupt keine Schulwegpläne. Trotzdem weist die Bundeshauptstadt nach ACE-Angaben im Ländervergleich mit 503 meldepflichtigen Schulwegunfällen pro 100 00 Schülerinnen und Schüler bundesweit die verhältnismäßig niedrigste Unfallzahl aus. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 10.09.2010
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