ADAC fordert mehr Partnerschutz auch bei nicht alltäglichen Unfällen
Die Knautschzonen, die bei einem vollflächigen Aufprall Energie abbauen können, wirken in diesem Fall nur noch eingeschränkt, weil sich die Längsträger gegenseitig nicht abstützen können. Beim aneinander Vorbeischrammen besteht die Gefahr, dass sich die Räder verhaken. Durch die Wucht des Aufpralls kann so das Vorderrad in den Fußraum des Fahrers eindringen und schwerste Beinverletzungen verursachen.
Beim ADAC-Test kam den Fahrzeugen die positive Auswirkung der sogenannten geometrischen Kompatibilität zweier baugleicher Autos zu Gute. Deshalb standen die Fahrgastzellen zwar kurz vor der Belastungsgrenze, blieben aber stabil. Ein Unfall mit zwei unterschiedlichen Fahrzeugen hätte fatalere Folgen gehabt.
In einem zweiten Versuch mit modifizierten Fahrzeugen zeigte der ADAC, dass auch bei einem Unfall mit geringer Überdeckung durch eine seitlich eingebaute Abgleitstruktur aus eingeschweißten Stahlblechen wird das Verhaken der Räder verhindert, was für die Insassen eine größere Sicherheit bedeutet. Die Belastungswerte für die Insassen konnten mit dieser baulichen Veränderung um ein Drittel reduziert werden.
Um die Gefahren der Kollision mit geringer Überdeckung zusätzlich zu minimieren, fordert der Club die Hersteller auf, eine Notbremsfunktion einzubauen, die nach einer Kollision über die Airbagsensorik und das ESP eingeleitet wird. Der ADAC kritisiert außerdem, dass, obwohl mehr als jeder fünfte Frontalunfall bei geringer Überdeckung auftritt, sich kein gängiges Prüfverfahren damit befasst.
Laut ADAC Unfallforschung gab es 2007 in Deutschland rund 10 000 Unfälle mit geringer Überdeckung. Dabei wurden 75 Menschen getötet und über 1500 schwer verletzt. (ar/nic)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 13.08.2009
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