ADAC: Mit Fahrerassistenzsystemen die Sicherheit erhöhen
Die Fahrgastzelle ist bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von 80 km/h nicht mehr stabil. Die Möglichkeiten der vorderen Knautschzone, die 56 Prozent mehr Energie abbauen muss, sind erschöpft. Trotz Gurt, Gurtstraffer und Airbag trifft die Brust des Fahrers hart auf das Lenkrad, das durch die Wucht des Aufpralls in den Innenraum geschoben wird. Auch für die Knie, die mit der Instrumententafel Kontakt bekommen, besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko.
Die beiden Kinder-Dummys im Fond des Fahrzeugs reagieren unterschiedlich auf den Crash. Während für Dreijährige zwar erhöhte Verzögerungswerte im Brustbereich gemessen werden, müsste aber nicht mit kritischen Verletzungen gerechnet werden. Beim kleineren Kind liegen die Messergebnisse über den biomechanischen Grenzwerten im Brustbereich, und auch die Zugbelastungen im Nacken deuten auf ein erhöhtes Verletzungsrisiko hin. Beim Beifahrer kann der Airbag einen Kontakt des Kopfes mit dem Armaturenbrett zwar nicht verhindern, allerdings wird durch dessen nachgiebige Konstruktion schlimmeres verhindert.
Der Test hat gezeigt, dass die passive Sicherheit von Fahrzeugen auch bei guter Konstruktion an eine natürliche Grenze stößt. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit reichen die zur Verfügung stehenden Deformationszonen und die Stabilität der Fahrgastzelle nicht mehr aus, um Verletzungen wirksam zu verhindern.
Deshalb sei der Einsatz von Fahrerassistenzsystemen hilfreich, meint der ADAC. Sie seien in der Lage, Fehler des Fahrers zu korrigieren, so dass es gar nicht erst zu Unfällen komme. (ar/nic) Letzte Änderung: 20.08.2008
Ergebnisunterschiede bei Crashtests mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Foto: Auto-Reporter/ADAC
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