Air Berlin übernimmt dba
Der Vertrag über den Kauf der dba-Anteile, der noch der Zustimmung des Kartellamtes bedarf, wurde am 16. August 2006 in München unterzeichnet. Mit der Übernahme wolle Air Berlin ihr Wachstum sichern, erklärte Hunold. Die Streckennetze von Air Berlin und dba ergänzen sich, weil es keine Überschneidungen gibt. Die innerdeutschen Verbindungen von dba können problemlos ins europäische Netz von Air Berlin integriert werden und damit kann sich der Anteil der Geschäftsreisenden deutlich erhöhen. Die Airline erlangt damit 62 neue Corporate-Verträge sowie die dba-Slots vor allem an den Flughäfen München und Düsseldorf.
Die dba soll als eigenständige Gesellschaft unter dem Konzerndach der Air Berlin PLC weitergeführt werden. Martin Gauss und Peter Wojahn bleiben Geschäftsführer. Der Marktauftritt wird künftig jedoch unter dem Namen Air Berlin stattfinden ("powered by dba"). Soweit möglich, werden die Flugpläne für den kommenden Winter noch aufeinander abgestimmt. Ab 1. April 2007 soll es einen gemeinsamen Sommerflugplan geben.
Im Sommer, wenn der Geschäftsreiseverkehr rückläufig ist, sollen die dba-Flugzeuge auf touristischen Strecken eingesetzt werden. Es bietet sich auch die Möglichkeit, die größeren Air Berlin-Jets von Fall zu Fall auf stark frequentierten innerdeutschen Rennstrecken der dba einzusetzen. Durch den Air Berlin-Vertrieb werde der dba auch der Zugang zu 13 000 touristischen Reisebüros in Deutschland eröffnet.
dba beförderte im Geschäftsjahr 2005/2006 mit ihren 29 Flugzeugen rund 4,3 Millionen Passagiere und erzielte mit ihren 720 Mitarbeitern einen Umsatz von 404 Millionen Euro. Air Berlin zählte im vergangenem Jahr 13,5 Millionen Gäste und schrieb 1,215 Milliarden Euro Umsatz. Das Unternehmen betreibt derzeit 58 Jets. Zusammen rechnen Air Berlin und dba in diesem Jahr mit rund 20 Millionen Passagieren.
Anlässlich der dba-Übernahme veröffentlichte die Air Berlin PLC am Donnerstag vorzeitig den Bericht für das 2. Quartal 2006. Danach legte der Umsatz von April 2006 bis Juni 2006 auf 401 Millionen Euro zu. Im Vergleichszeitraum des Jahres 2005 waren es 330 Millionen Euro. In der Halbjahresbetrachtung zeigte sich eine dynamische Umsatzentwicklung mit einem Plus von fast 15 Prozent auf 625 Millionen Euro. Das EBIT stieg im zweiten Quartal um gut 400 Prozent auf 44,8 Millionen. Nach Zinsen und Steuern hat Air Berlin im 2. Quartal dieses Jahres 30,1 Millionen Euro Gewinn erzielt. Im Halbjahres-Vergleich wurde der operative Verlust, der in der Luftfahrt traditionell im 1. Quartal entsteht, damit mehr als halbiert auf 12,9 Millionen Euro. Beim Netto-Ergebnis hat Air Berlin damit nach sechs Monaten mit einem Minus von knapp einer Million Euro praktisch den Break-Even erreicht. Da die Übernahme der dba das Air Berlin-Ergebnis nicht belaste, rechnet Hunold für das Jahr 2006 mit einem "deutlichen Gewinn". (ar/nic) Letzte Änderung: 17.08.2006
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