Angeblich ernste Verhandlungen zwischen MAN und Scania
MAN wolle Mitte November ein neues Angebot vorlegen, hieß es. Druck kommt auch von Seiten des Großaktionärs Volkswagen, der eine Einigung bis Mitte des Monats gefordert hatte. Volkswagen ist mit 18,7 Prozent des Kapitals und 34 Prozent der Stimmrechte größter Scania-Anteilseigner und seit Anfang Oktober auch größter Aktionär bei MAN. Die Wolfsburger hatten ihren Anteil an MAN erst Ende vergangener Woche um fünf Prozent auf 20 Prozent erhöht.
Unterdessen gehen die Spekulationen um einen möglichen Chef der beiden Nutzfahrzeughersteller munter weiter. Wie "Süddeutsche Zeitung" gestern unter Berufung auf beteiligte Investoren meldet, soll der Ex-DaimlerChrysler-Manager Eckard Cordes ganz oben auf der Wunschliste für den Vorstandsposten stehen. Der frühere Mercedes-Chef ist derzeit Vorstand beim Duisburger Mischkonzern Haniel. Cordes hatte immerhin die Nutzfahrzeugsparte von DaimlerChrysler aus der Krise geführt, wäre also kein Novize im Lkw-Geschäft. Bisher galt MAN-Chef Hakan Samuelsson im Fall einer Fusion mit dem schwedischen Konkurrenten Scania als Favorit auf den Vorstandsposten in einem neu geschaffenen Unternehmen. Auch seinem Pendant bei Scania, Leif Östling, wurden Chancen eingeräumt. Die Unternehmen kommentierten die Spekulationen bisher nicht.
Neu im Gespräch für den Posten ist auch Stephan Schaller, der im Januar die Leitung der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen übernehmen soll. Er gilt nicht nur als Vertrauter von VW-Chef Bernd Pischetrieder, sondern könnte auch die Interessen der Wolfsburger wirkungsvoll vertreten. (ar/sb) Letzte Änderung: 03.11.2006
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