ARCD fordert schnelle Maßnahmen gegen den "toten Winkel"

Nachdem in Berlin jetzt wieder zwei Radfahrer von Lkw tödlich überrollt wurden, wird die Forderung nach einer umgehenden Entschärfung des "toten Winkels" bei den Brummis noch lauter. Abhilfe soll der so genannte Dobli-Spiegel aus den Niederlanden schaffen, der den nicht einsehbaren Winkel angeblich von 38 auf vier Prozent verkleinern kann. Im Nachbarland soll dadurch die Zahl der schweren und tödlichen Unfälle von Radfahrern mit Lkw-Beteiligung um fast die Hälfte zurückgegangen sein. Im Berliner Verkehrsministerium stößt der Dobli-Spiegel vorerst allerdings noch auf Skepsis. Laut Staatssekretärin Gleicke löst er das Problem nicht ausreichend, weil er zugleich die Sicht durch die Windschutzscheibe behindert und sich Spiegel diesen Typs lockern und verloren gehen können. In den Niederlanden und in Belgien ist dieser Spiegel sogar seit 1. Januar 2003 gesetzlich vorgeschrieben, doch will das Stolpe-Ministerium lieber auf eine neue EU-Regelung ab Oktober 2006 warten, die für neue Lkw über 7,5 Tonnen dann einen Hauptrückspiegel, dazu Weitwinkelspiegel links und rechts, einen Nahbereichsspiegel über der Beifahrertür sowie einen Frontspiegel über der Windschutzscheibe vorschreibt. Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) kritisiert, dass das Hin und Her beim Kampf gegen den "toten Winkel" schon viel zu lange dauert und dass die EU-Regelungen nur für Neufahrzeuge und nur ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gelten sollen. Der Club fordert Politik, Hersteller und Brummiverbände auf, sich möglichst schnell auf die Nachrüstung von Altfahrzeugen mit geeigneten Spiegelsystemen zu einigen und die technischen und gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen. Die Kosten sollten wegen der ausgefallenen Mautgebühren - das Fuhrgewerbe rechnete einst mit durchschnittlich 5 000 Euro Belastung pro Fahrzeug und Jahr - eigentlich kein Gegenargument sein, meint der Club. ARCD Letzte Änderung: 13.04.2004









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