Audi stellt sich dem demografischen Wandel

Audi will erfolgreichster Hersteller im Premiumsegment werden. Dieser Herausforderung wird sich das Unternehmen in Zukunft mit einer Belegschaft stellen, deren Durchschnittsalter angesichts des demografischen Wandels höher sein wird als heute. "In fünf Jahren wird sich das Alter der Audi Mitarbeiter um fünf Jahre auf durchschnittlich 45 Jahre erhöhen. Etwa 7000 Arbeiter in der Produktion, also jeder Dritte, wird dann über 50 sein", sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Dr. Werner Widuckel.

Auf einem Forum zum Thema "Herausforderung Demografie - Neue Wege bei der Audi AG" in Ingolstadt sagte Widuckel weiter, wer nicht rechtzeitig auf die Altersentwicklung reagiere, der gefährde seine Wettbewerbsfähigkeit. Audi müsse für die Mitarbeiter die Arbeitsmöglichkeiten so gestalten, dass sie auch im Alter noch die geforderte Leistung erbringen können. Dazu gehörten wechselnde Anforderungen ebenso wie Gesundheitsförderung und -prävention, ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze und alternative Arbeitszeitregelungen seien weitere Bausteine.

"Wir müssen das Verhältnis von Arbeitsintensität und Arbeitszeit überdenken. Eine entdichtete Arbeit in 38 Stunden ist vielleicht zumutbarer als eine voll ausgetaktete Arbeit in 35 Stunden. Dies ist ein Paradigmenwechsel", kündigte Dr. Werner Widuckel neue Wege an.
Wie dies aussehen kann, macht Audi bereits beim R8 und dem Pilotprojekt "Silver Line" vor. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in der R8-Produktion sind über 40 Jahre alt. Altersgemischte Teams, längere Taktzeiten und damit abwechslungsreichere Tätigkeiten sowie eine gleichmäßigere körperliche Belastung werden hier in der Kleinserienfertigung erprobt.

Gesundheitsförderung, so ist man sich bei Audi sicher, hat nicht allein etwas mit körperlicher, sondern auch mit psychischer Gesundheit zu tun. Wer sich auch geistig wohl und gefordert fühle, seit entsprechend leistungsbereit und -fähig. Die psychische Gesundheit zu erhalten sei als präventive Aufgabe in der Bedeutung gestiegen und nur durch ein gesundheitsförderliches Zusammenspiel guter Arbeitsgestaltung und -organisation, Mitarbeiterführung, Personalentwicklung und Gesundheitsvorsorge möglich, betonte Gastreferent Professor Klaus Scheuch von der TU Dresden.

Dem Einzelnen von der Ausbildung bis zum Ruhestand Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, motiviere die Mitarbeiter und wirke dem Wunsch eines frühzeitigen Austritts aus dem Berufsalltag entgegen, so Widuckel. Mit wechselnden Tätigkeiten und geistiger Flexibilität könne man den individuellen Prozess des Alterns nachhaltig und aktiv beeinflussen.

Das Forum mit 160 Teilnehmern ging auf eine Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) und der WEKA Media GmbH zurück. "Von Beispielen wie der Audi AG sollen nach unserer Vorstellung andere Unternehmen unmittelbar lernen können", sagte Basi-Geschäftsführer Bruno Zwingmann. (ar/jri) Letzte Änderung: 01.07.2007









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