Autofahrer: Umweltschutz ja, Mehrkosten nein

84 Prozent der Autofahrer sorgen sich um den Umweltschutz - aber nur gut die Hälfte der Fahrzeugbesitzer will sich Umweltschutz auch etwas kosten lassen. Das hat eine aktuelle Umfrage des TÜV Süd ergeben, die heute am Rande der AMI in Leipzig vorgestellt wurde. Rund ein Viertel der Befragten kann sich vorstellen, bei der Neuanschaffung eines Wagens auf Erdgas- oder Hybridantrieb zu setzen.

"Das Umfrageergebnis zeigt deutlich, dass der Markt kostenneutrale umweltfreundliche Lösungen fordert. Da ist die Autoindustrie gefragt", so der Kommentar von TÜV-Vorstand Peter Hupfer. "Autofahrern muss aber auch klar sein: Umweltschutz zum Nulltarif gibt es nicht". so Hupfer weiter. Bei der Umfrage hatten 1044 von 1960 Autofahrern angegeben, dass sie bereit sind, mehr Geld
auszugeben, um Umweltschutz und Mobilität besser zu vereinen. 84 Prozent der Autofahrer sorgen sich um den Umweltschutz. Lediglich knapp acht Prozent ist das Thema egal.

Die nicht repräsentative Umfrage, die an 26 Service-Centern des TÜV in Sachsen durchgeführt wurde, zeigte auch, dass 35 Prozent der Autofahrer keinerlei zusätzliche Kosten für ein umweltfreundliches Auto akzeptieren. 30 Prozent würden bei einer Neuanschaffung maximal 500 Euro Mehrkosten akzeptieren. Bei den laufenden Kosten würden rund zehn Prozent der Befragten der Umwelt zuliebe Kosten von bis zu 250 Euro jährlich in Kauf nehmen. Bei den Frauen würden ein Viertel mehr Geld für ein umweltfreundliches Auto ausgeben.

Zwei Drittel lehnten es ab, aufgrund der aktuellen Debatten um Feinstaubplaketten, CO2-Ausstoß und alternative Antriebe einen anderen Wagen anzuschaffen. Sieben Prozent antworteten mit einem Ja, 26 Prozent mit einem "Vielleicht". Ein gutes Viertel der Befragten kann sich vorstellen, beim nächsten Autokauf auf Erdgas- oder Hybridantrieb zuzugreifen. Elf Prozent der Dieselfahrer wollen in jedem Fall einen Rußpartikelfilter nachrüsten; 19 Prozent machen dies vom Preis abhängig. Eine einmalige Förderung allein ist für zwei Drittel keine Motivation, einen Russpartikelfilter einbauen zu lassen. Beim Benziner können sich vier Prozent der Fahrer einen sofortigen Umstieg auf Erdgas vorstellen. 20 Prozent machen die Umrüstung vom Preis abhängig. Für mehr als die Hälfte der Besitzer kommt eine Umrüstung auf Erdgas gar nicht in Frage.

Gut 75 Prozent der Befragten finden eine Verschärfung der Umweltschutzmaßnahmen grundsätzlich richtig. Mehr als die Hälfte würden eine jährliche Abgasuntersuchung begrüßen - falls dafür keine Mehrkosten anfallen. (ar/os) Letzte Änderung: 13.04.2007

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