Autoindustrie rechnet mit neuem Exportrekord

Die deutsche Automobilindustrie rechnet für 2007 mit einem neuen Produktions- und Exportrekord. "Erstmals werden wir in diesem Jahr 4,2 Millionen Pkw exportieren. Mit diesem neuen Höchstwert setzt die deutsche Automobilindustrie ihre Erfolgsstory auf den internationalen Märkten bereits im fünften Jahr in Folge fort", betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), heute (3. Juli 2007) auf der Halbjahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. Der VDA rechnet damit, dass der Pkw-Export gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent und die Inlandsproduktion um vier Prozent auf 5,6 Millionen Fahrzeuge steigen wird.

Export- und Produktionsvolumen werden damit Ende des Jahres um jeweils eine halbe Millionen Einheiten über dem Ergebnis von 2003 liegen. Weltweit werden die deutschen Hersteller im Jahr 2007 ihre Pkw-Produktion ebenfalls um gut vier Prozent auf insgesamt 10,6 Millionen Einheiten steigern.

Im ersten Halbjahr 2007 haben die deutschen Marken in vielen westeuropäischen Ländern, in Russland, China und in den USA Marktanteile hinzu gewonnen. In den ersten sechs Monaten wurden mit über 2,2 Millionen Pkw zwölf Prozent mehr exportiert, die Inlandsproduktion erhöhte sich um sieben Prozent auf annährend drei Millionen Autos. Der Umsatz ist in den ersten vier Monaten um knapp acht Prozent auf nahezu 95 Milliarden Euro gewachsen. Dabei legten die Auslandsumsätze um zehn Prozent auf über 60 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Beschäftigten blieb stabil, der Anteil der Hochschulabsolventen unter den Mitarbeitern stieg um sieben Prozent auf insgesamt 91 000.

Zur schwächelnden Inlandsnachfrage sagte Wissmann, dass sich die deutschen Hersteller im hart umkämpften Heimatmarkt besser behuptet hätten als die Wettbewerber. Sie konnten ihren Marktanteil in Deutschland in den ersten sechs Monaten um einen Prozentpunkt auf nahezu 70 Prozent steigern.

Die deutschen Hersteller legten vor allem bei Fahrzeugen mit einem niedrigen CO2-Ausstoß von unter 130 g/km um neun Prozent zu, während die Konkurrenz in diesem Segment zwei Prozent verlor. Wissmann: "Kraftstoffeffiziente Fahrzeuge sind also ein Erfolgsfaktor der deutschen Hersteller im Wettbewerb. Dies ist ein großer Vertrauensbeweis für die Umweltkompetenz." Die CO2-Emissionen der neu zugelassenen Pkw in Deutschland sind laut VDA um ein Prozent gegenüber 2006 gesunken, im Mai um zwei Prozent.

Die Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr litten immer noch unter den Nachwirkungen der Mehrwertsteuererhöhung. Hinzu komme eine große Verunsicherung der Verbraucher, die gleich mehrere Ursachen habe: die Unklarheit über die Ausgestaltung der CO2-basierten Kfz-Steuer, die Erhöhung der Versicherungssteuer, der Wegfall der Pendlerpauschale für die ersten 20 Kilometer und nicht zuletzt die Höchstpreise an der Zapfsäule. "Nicht der Autokauf, sondern das Autofahren ist teurer geworden", unterstrich Wissmann. Seit 1998 seinen die Ausgaben privater Pkw-Nutzer um 25 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem die Kraftstoffe mit plus 65 Prozent und die Erhöhung der Kfz-Steuer um 75 Prozent. Für 2007 rechnet der Verband der Automobilindustrie mit insgesamt 3,2 Millionen Neuzulassungen. Das wären noch einmal so viele wie im ersten Halbjahr, wo ein Rückgang von neun Prozent gegenüber 2006 verkraftet werden musste.

Zufrieden zeigte sich Matthias Wissmann mit dem Nutzfahrzeuggeschäft: "Das Nutzfahrzeug gehört auch weiterhin zu den Schrittmachern der binnenwirtschaftlichen Entwicklung." Im ersten Halbjahr stiegen die Neuzulassungen von Transportern und leichten Lastwagen um sieben Prozent auf 108 000 Einheiten. Noch besser sah es beim Export aus: Die Ausfuhr legte um 20 Prozent auf 100 000 Einheiten zu. Auch bei den schweren Lkw wurde ein Exportzuwachs von zehn Prozent auf 64 000 Einheiten verzeichnet. Für das Gesamtjahr wird ein Exportvolumen von über 300 000 Einheiten erwartet, der Inlandsmarkt dürfte insgesamt bei 315.000 Nutzfahrzeug-Neuzulassungen liegen. (ar/jri) Letzte Änderung: 03.07.2007









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