Behr verspricht: Bei Volllast in Zukunft fast ein Fünftel weniger Verbrauch

Die Entwicklungsingenieure bei Behr sahen ihre eigenen Erwartungen übertroffen. Die Messergebnisse auf dem Prüfstand zeigten mehr Kraftstoffeinsparungen durch die Abgasrückführung, als sie vorhergesagt hatten. Unter den Bedingungen des Europäischen Fahrzyklus stellten sich drei bis vier Prozent weniger Verbrauch ein, bei Volllast sogar fast ein Fünftel. Es lohnt sich also offensichtlich, beim Rückführen von Abgas in den Verbrennungsraum andere Wege zu gehen als bisher.

Abgas im Brennraum senkt die Stickoxide beim Abgas, das den Auspuff verlässt. Um das Abgas im Brennraum zu halten, spielt man mit den Ventilöffnungszeiten, so dass bei dieser sogenannten internen Abgasrückführung ein Rest im Zylinder bleibt. Da aber dieses Restgas zu heiß ist, wird zur Kühlung Kraftstoff eingespritzt. Darauf wird man in Zukunft offenbar verzichten können. Gleichzeitig senkt die von Behr beim Techniktag in Stuttgart jetzt vorgestellte externe Abgasrückführung die Abgastemperatur um 100 Grad Celsius auf rund 950 Grad Celsius ab. Deswegen kann man auf den Einsatz von Turboladern verzichten, die teuer an die höheren Temperaturen angepasst werden müssen.

Auf Turboladung kann man heute aber nicht mehr verzichten, weil kleinere Motoren wegen der geringeren inneren Reibung weniger Kraftstoff brauchen. Um aber die gewünschte Leistung zu erzielen, benötigen die Kleinen den Turbolader in seinen vielfältigen Versionen als Lader bis hin zum Lader mit variabler Geometrie oder als Doppelturbolader.

Die Ersparnis durch den 950-Grad-Lader soll - so sagt Behr - schon größer sein als die Kosten für das neuartige Abgasrückführsystem des Unternehmens. Die Kraftstoffersparnis bekämen die Kunden in der Automobilindustrie also sozusagen kostenfrei geliefert.

Im Prinzip ist die externe Abgasrückführung vom Nutzfahrzeug-Dieselmotor her bekannt. Neu ist der Einsatz jetzt auch beim Benziner. Neu ist auch, dass das Abgas gekühlt von außen in den Brennraum geführt wird, so dass der gewünschte Spareffekt beim Turbolader und beim Kraftstoff, bei gleichzeitig gesenktem Stickoxidausstoß, entsteht.

Behr vermutet, dass bereit 2009 Fahrzeuge mit dieser neuen Technik auf den Markt kommen werden. Der Trend zu kleineren Motoren unterstützt diese Prognose. (ar/Sm) Letzte Änderung: 21.05.2007









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