Benziner verdrängen Dieselfahrzeuge von Europas Straßen
Von dieser Entwicklung profitieren den Angaben zufolge vor allem Benziner und auch Hybridfahrzeuge, heißt es in der Studie. Zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Antriebsformen anzubieten, werde zum zentralen Wettbewerbsfaktor in der Automobilindustrie. Für die Zulieferer ergebe sich durch die zu erwartenden Entwicklungen ein erhebliches Marktpotenzial. Allein der Markt für Abgasnachbehandlung werde bis 2020 von acht Milliarden auf etwa 30 Milliarden Euro wachsen. Marktsegmente für Motorentechnologie, zum Beispiel im Bereich Hybridisierung, weisen teilweise ein ähnlich starkes Wachstum auf. So wird der Markt für Pkw-Hybridkomponenten bis 2020 auf etwa 17 Milliarden Euro zulegen.
Die Anschaffung eines Benzinmotors "ist und bleibt auch in Zukunft die günstigste Alternative für Autofahrer", so A.T. Kearney. Zusätzlich würden auch die laufenden Kosten durch eine Verbrauchsreduzierung bis 2020 um fast 20 Prozent deutlich sinken: Im Jahr 2020 werde ein Otto-Motor nur noch knapp zehn Prozent mehr verbrauchen als ein Diesel. Im Gegensatz dazu seien es heute noch 25 bis 30 Prozent. Hinzu komme, dass die zukünftig erforderlichen Abgasnachbehandlungssysteme die Mehrkosten für Diesel um weitere 800 bis 1500 Euro ansteigen lassen.
"Die gleichen Systeme sorgen auch noch für einen Anstieg des Verbrauchs und wirken damit dem heute noch stärksten Verkaufsargument des Diesels entgegen", erklärte Studienautor Stephan Krubasik. "Insgesamt wird sich ein Diesel in Europa bis 2020 nur noch für etwa 25 Prozent der Autofahrer kostenmäßig lohnen - anstatt heute für knapp die Hälfte. Lediglich eine Änderung der Besteuerung zugunsten des Diesels oder ein Ölpreis jenseits der 75 USD/Barrel ließe den Diesel für das Gros der Autofahrer wirtschaftlich werden; aktuelle Prognosen zeigen jedoch eher in Richtung der 65 USD Marke", so Krubasik weiter.
Auch "Voll-Hybride", also die Kombination eines Verbrennungs- mit einem vollwertigen Elektromotor, werden sich im Jahr 2020 zumindest aus Kostensicht für die Kunden noch nicht lohnen. Die Anschaffung eines Mittelklasse Benzin-Hybriden werde noch mit etwa 3000 Euro mehr zu Buche schlagen als die eines Benziners und mit etwa 1000 Euro mehr als die eines Dieselfahrzeugs.
Die Studie berücksichtigt allerdings nicht, dass es bereits jetzt Diesel-Motoren gibt, die ohne aufwändige Filtertechnik strengste Abgasnormen erfüllen und künftig dank perfektionierter Einspritztechnik ebenfalls weniger verbrauchen werden. (ar/tkn) Letzte Änderung: 29.05.2007
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