Bio kann ein Drittel der fossilen Kraftstoffe ersetzen

In Deutschland ist ausreichend Biomasse vorhanden, um ein Fünftel des heutigen Kraftstoffverbrauchs zu decken. Das ist eine der Kernaussagen der Studie, die heute in Berlin präsentiert wurde. Biokraftstoffe der zweiten Generation wie "Biomass to Liquid" (BtL) sind technisch danach machbar und eine versprechende Optionen im Kraftstoffbereich.

Die im Auftrag der Industrie und der Bundesregierung unter Projektleitung der Deutschen Energie-Agentur (Dena) erstellte BTL-Realisierungsstudie kommt zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2030 das technische Potenzial sogar bei über 30 Prozent liegt. Die Kosten für die Produktion von einem Liter BtL-Kraftstoff lassen sich nach Aussage von Clemens Neumann, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten und Nachwachsende Rohstoffe im Bundeslandwirtschaftsministerium, auf unter 80 Cent senken, wenn die vorhandenen Möglichkeiten zur Optimierung ausgeschöpft werden.

Die Studie stellt fest, dass der heutige Stand der Technologie die Realisierung erster großtechnischer Anlagen zur BtL-Produktion erlaubt. Nach Neumann sind Biokraftstoffe auf absehbare Zeit die einzige Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Sie könnten einen wichtigen Beitrag für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wertschöpfung im ländlichen Raum leisten. Daher habe sich die Bundesregierung mit den Regelungen des Biokraftstoffquoten-Gesetzes das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 einen Biokraftstoffanteil von acht Prozent am gesamten Kraftstoffabsatz zu erreichen. Dabei sollen die Biokraftstoffe der ersten Generation, wie Biodiesel oder Bioethanol, in den kommenden Jahren die Basis bilden. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts sollen dann die Biokraftstoffe, wie etwa BtL, in den Vordergrund rücken.

Die Vorteile dieser Biokraftstoffe der zweiten Generation sind hohe Kraftstoffqualität, ein großes Potenzial zur Minderung des Treibhausgases Kohlendioxis, die Kompatibilität mit vorhandenen Motoren und vorhandener Infrastruktur und nicht zuletzt ein hohes Mengenpotenzial. Allein durch BtL-Kraftstoffe könnte im Jahr 2030 mehr als ein Drittel des deutschen Kraftstoffbedarfs gedeckt werden kann.

"BtL erweist sich als eine der aussichtsreichsten Technologien zum Einsatz erneuerbarer Energien im Kraftstoffbereich", betonte Dr. Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). "Dank ihres großen Potenzials zur CO2-Einsparung und Effizienzsteigerung können BtL-Kraftstoffe entscheidend dazu beitragen, die Klimabilanz des Verkehrs deutlich weiter zu verbessern."

Anders als bei herkömmlichem Biodiesel können bei der BtL-Technologie verschiedene pflanzliche Rohstoffe vollständig verwertet werden, von Holz- und Bioabfällen bis hin zu eigens für die Kraftstofferzeugung angebauten Energiepflanzen. Pro Hektar lassen sich so bis zu 4000 Liter BtL-Kraftstoff gewinnen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 14.12.2006









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