Bosch erwartet deutliche Erholung nach dem Krisenjahr 2009
Als wesentliche Gründe für den Verlust nannte Fehrenbach neben dem erheblichen Umsatzrückgang hohe Rückstellungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen und außerplanmäßige Abschreibungen. Die Erholung sei inzwischen in allen Regionen spürbar, wobei vor allem die Märkte in China und Indien für besonderen Schub sorgten. Im ersten Quartal dieses Jahres lag der Umsatz der Bosch-Gruppe um rund 25 Prozent über der Vergleichszahl 2009, die gleichzeitig dem Tiefpunkt dieses Krisenjahres entsprach. So liegt das aktuelle Umsatzniveau immer noch deutlich unter dem Niveau von 2007.
Die schwierige Lage an den globalen Märkten hat der Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik vor allem im ersten Quartal 2009 zu spüren bekommen, als der Umsatz um ein Drittel hinter dem Wert des Vorjahres zurückblieb. Besonders betroffen war der Geschäftsbereich Diesel Systems, der neben dem deutlichen Nachfragerückgang am Nutzfahrzeugmarkt auch den Trend zu kleineren Personenwagen zu spüren bekam. In diesem Segment ist der Anteil an Dieselfahrzeugen deutlich geringer. Insgesamt blieb der Umsatz mit 21,7 Milliarden Euro 18 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Als Folge schloss der Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik mit einem negativen Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) von rund 500 Millionen Euro ab.
Insgesamt wird für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von mehr als 10 Prozent auf 42 Milliarden Euro erwartet. Zu diesem Zuwachs wird die Kraftfahrzeugtechnik aufgrund der erholten Automobilnachfrage vor allem außerhalb Europas den größten Beitrag leisten. Wesentliche Impulse kommen erneut aus Asien, wo der Unternehmensbereich im vergangenen Jahr 25 Prozent des Umsatzes erzielt hat. Ermutigend sind aber auch die jüngsten Entwicklungen an den Märkten in Europa und Nordamerika. Gleichwohl ist dort voraussichtlich erst 2012 mit einer Rückkehr zu den Umsätzen aus dem Vorkrisenjahr 2007 zu rechnen.
Am stärksten hat die Wirtschaftskrise den Unternehmensbereich Industrietechnik getroffen. Hier lag der konjunkturelle Tiefpunkt erst im dritten Quartal 2009. Insgesamt ging der Umsatz um 24 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zurück. Entsprechend fiel das EBIT mit einem Verlust von 1,1 Milliarden Euro besonders enttäuschend aus. Wie im gesamten Maschinenbau gingen nicht nur deutlich weniger Aufträge ein, auch bereits bestehende Bestellungen wurden storniert. Seit Herbst hat sich die Lage auf niedrigem Niveau stabilisiert.
Die breite internationale Präsenz der Bosch-Gruppe auf allen wichtigen Märkten habe sich gerade im Krisenjahr 2009 als positiv erwiesen, stellte Fehrenbach weiter fest. So kam dem Unternehmen die früh in Asien-Pazifik einsetzende Erholung zugute. Erstmals erzielte der Konzern in der Region Asien-Pazifik rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes. Neben Indien sorgte China, das hinter den USA inzwischen der zweitwichtigste Auslandsmarkt geworden ist, für besonderen Schub. Für einen leichten Umsatzrückgang trug aber die schleppende Entwicklung in Japan bei. Bosch wird die Präsenz vor Ort weiter ausbauen und in diesem Jahr die Neubauten für die Hauptquartiere in Shanghai und Singapur eröffnen.
Die Zahl der Beschäftigten ging im vergangen Jahr um rund 11 000 Mitarbeiter oder 4 Prozent auf insgesamt rund 270 000 zurück. Stabil blieb die Zahl der Auszubildenden. Auch im Krisenjahr 2009 hat Bosch mit 6500 Jugendlichen weltweit erneut weit über den eigenen Bedarf hinaus jungen Leuten eine Berufsausbildung ermöglicht. Weltweit wird Bosch in diesem Jahr rund 3700 Hochschulabsolventen einstellen, davon 500 in Deutschland sowie in Indien und China jeweils mehr als 1000. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 21.04.2010
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