Bosch-Motorpressekolloqium: Zurück zur Partnerschaft
Damit sprach Bohr sicherlich auch anderen Zulieferern aus der Seele. Denn Ertragsprobleme haben viele von ihnen, seit die Hersteller die Entwicklung von Zukunftstechnologien zu wesentlichen Teilen ihren Zulieferern überlassen, sie also zu Investitionen in die Entwicklung neuer Systeme veranlassen, aber gleichzeitig von Anfang an auch strenge Kostenziele setzen. "Wir haben Tendenzen gesehen, dass man nicht bereit ist, Innovationen hinreichend zu würdigen", umschrieb Bohr die Situation mit der für Zulieferer typischen, bei Bosch aber selbstverständlichen diplomatischen Sprache des Lieferanten.
Bosch investiert rund zehn Prozent seines Umsatzes aus dem Kfz-Geschäft in die Weiterentwicklung bestehender Techniken und in Innovationen. Bohr weiß sich nicht allein, wenn er darauf hinweist, dass die Investition in Innovation auch eine Investition in die Zukunft der gesamten deutschen Automobilindustrie ist. "Europa hat sich immer über Innovationen positioniert", erinnert er seine Kunden. Jetzt aber werde es schwerer, das hohe Innovationstempo der deutschen Unternehmen beizubehalten. Es dauere immer länger, bis sich Vorleistungen der Zulieferer in Ertrag verwandeln.
Bohr fordert von seinen Kunden eine Partnerschaft, die auf langfristigem Denken, aber auch auf der Einsicht fuße, dass sich Entwicklungskosten nicht erst in ferner Zukunft rechnen dürfen. Man brauche Produkte mit hohem Nutzen, die sich "zügig in den Markt verbreiten lassen". (ar/Sm) Letzte Änderung: 13.06.2007
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