Brasilien setzt Kredite für Volkswagen aus
Ein bereits gewährter Kredit in Höhe von umgerechnet 185 Millionen Euro wurde vorerst eingefroren, bis ein Ende der Verhandlungen über den Abbau von Stellen in Sicht sei. Außerdem forderte die Regierung Informationen über Investitionspläne des Autobauers ein.
Volkswagen hat in Brasilien fünf Werke mit insgesamt 22 000 Beschäftigten. Jetzt soll im ältesten Werk in Sao Bernardo die Hälfte der 12 000 Stellen wegfallen, weil Volkswagen mit den hohen Rohstoffkosten und dem erstarktem Real Verluste einfährt. Zunächst wollte der Konzern 3600 Stellen abbauen. Nachdem die Verhandlungen mit der Gewerkschaft scheiterten, hatte VW mit der Schließung des Werks San Bernado gedroht. Der Kleinwagen Fox, der auch nach Deutschland importiert wird, kostet den Konzern wegen der Währungsschwankungen angeblich bei jedem Export bares Geld. In Brasilien selbst hat Volkswagen einen Marktanteil von rund 23 Prozent.
Marinho steht als ehemaliger Chef der Metallgewerkschaft im Raum Sao Paulo auf der Seite der Arbeiter. Volkswagen ist auf die Kredite der brasilianischen Regierung angewiesen. Seit 2003, als der Regierungschef Luiz Lula da Silva das Amt übernahm, sind Kredite in Höhe von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro an den Konzern geflossen. (ar/sb) Letzte Änderung: 29.08.2006
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