Bremen Classic Motorshow
Die Pioniere der Kraftfahrt, die in Frankreich in großer Zahl aktiv wurden, ließen auch Zweiräder nicht außer Acht. So ergab es sich, dass Eugene Peugeot schon etwa um 1899 oder Charles Terrot um 1902 Motorräder anboten. Von Anfang an war man innovativ. Fahrgestell- wie Motorenbau haben den Ingenieuren jenseits des Rheins viel zu verdanken.
So fand sich eine der ersten wirksamen Vorderradfederungen, die Truffault-Gabel, an Maschinen von Peugeot und wurde als Patent nach Deutschland verkauft. Peugeot - vor 1919 größter Motorradbauer Frankreichs - zeigte 1913 erstmals den Weg zur Hochleistung mit einer Zweizylinderkonstruktion, deren vier Ventile pro Brennraum von zwei obenliegenden Nockenwellen gesteuert wurden.
Nach dem ersten Weltkrieg standen leichte Maschinen für Jedermann hoch im Kurs. Marken wie Terrot oder Motobecane zeigten, wie zuverlässige Maschinen für den Alltag aussehen müssen. Praktisch, robust und erschwinglich machten sie eine ganze Generation zu Motorradfreunden. In der oberen Mittelklasse war die Vielfalt enorm: Monet-Goyon aus Macon, Magnat-Debon aus Lyon und Dijon fanden neben noch Größeren und Kleinen wie Ravat, Griffon und Soyer Käufer. Legendär waren stets die Maschinen von Gnome-Rhone in Paris. Dort hatte man 1907 den ersten Umlaufflugmotor gebaut und war mit bester Qualität zu einer Weltmarke der Aviatiker geworden. So genossen auch die Motos von Gnome-Rhone einen hervorragenden Ruf.
Neben gediegenen Klassikern fanden sich in Frankreich auch unkonventionelle Motos, bei denen unternehmerisches Kalkül klein, aber schöpferische Kraft und visionärer Mut ganz groß geschrieben wurden. 1932 ragte die MCG des Marcel Guiguet - die hier erstmals in Deutschland zu sehen ist - innovativ ins Heute. Der Clou an der MCG ist der zugleich als Kraftstoff- und Öl-Tank ausgebildete Hauptrahmen aus Leichtmetallguss. Damit war die zierliche Einzylinder-Maschine aus Isere ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus. Derartige Lösungen sind heute Stand der Technik bei Sportmaschinen! Doch die Kunden von einst schätzten die teure, hochwertige und leichte Lösung nicht. Nur rund 200 Maschinen entstanden.
Innovativ und erfolgreich waren dagegen Konzepte wie die auch auf der Bremen Classic Motorshow ausgestellte Gnome Rhone Major von 1934. Ihr verschweißter Rahmen aus tiefgezogenem Blech ließ sich günstig in großen Stückzahlen fertigen und kam dem damaligen Geschmack entgegen.
Nach dem Krieg motorisierten Cyclomoteurs wie das Velosolex oder 50er von Motobecane millionenfach neue Kunden. Die Traditionshersteller lieferten dazu noch bis in die 70er Jahre Roller und Kleinmaschinen mit 125 und 175 ccm. Große Motorräder für Behörden nach BMW-Vorbild kamen bis in die 80er Jahre von Cemec, Ratier und BFG. Heute wird die französische Motorradtradition noch von Voxan in Issoire im Herzen des Landes hochgehalten. Den Weltmarkt hat Voxan noch nicht erobert. Voxan sind laut eigenem Bekenntnis nach wie vor „Motos pour les connaisseurs“, also „Motorräder für Kenner!“
Die Bremen Classic Motorshow eröffnet am 1. Februar um 9 Uhr. Öffnungszeiten: Freitag, 1. Februar bis Sonntag, 3. Februar 2008 jeweils 9 bis 18 Uhr, Telefon: Tel: 01 80 / 55 58 37 42 (12ct pro Minute), Internet www.classicmotorshow.de
Letzte Änderung: 31.10.2007
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