Chrysler-Händler in den USA verunsichert

Die mächtigen Großhändler des angeschlagenen Autobauers Chrysler verlangen einem Pressebericht zufolge Klarheit über die Zukunft der DaimlerChrysler-Tochter. Die "Detroit News" meldet heute unter dies Berufung auf ein internes Einladungsschreiben, in dem Chrysler-Chef Tom LaSorda zu einem außerplanmäßigen Treffen aufgefordert wird. Dort soll der Manager erklären, wie es mit dem Unternehmen weiter geht.

Bereits vorher hatten die Händler über ihre schwierige Situation geklagt, weil die Kunden nicht zuletzt wegen der unklaren Zukunft des Unternehmens wegblieben. Derzeit werden fast täglich potentielle Käufer für das Unternehmen in den Raum geworfen. Nachdem im vergangenen die Jahr die Chrysler-Verkäufe um sieben Prozent zurückgegangen waren, klagen die Händler nach zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres weiter über schwache Zahlen. Die Modellpalette hält immer noch zu wenig kleinere und sparsamere Fahrzeuge bereit, die derzeit bei den US-Kunden stärker nachgefragt werden. Die wandern dann zu japanischen, koreanischen oder auch deutschen Herstellern ab.

LaSorda dürfte die mächtigen Großhändler durchaus ernst nehmen. Ohne ihre Unterstützung kann er seine Sanierungspläne nur schwer durchsetzen, außerdem könnten die Händler die Abnahme großer Mengen von Fahrzeugen ablehnen. Wie das "Wall Street Journal Europe" am 13. März unter Berufung auf Unternehmenskreise meldet, wolle Chrysler seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am 4. April eine kleine Liste mit ernsthaften Interessenten präsentieren. DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche hatte zuletzt am 6. März am Rande des Genfer Autosalons erklärt, das Unternehmen halte sich alle Optionen offen - dazu gehöre auch ein möglicher Verkauf der defizitären Tochter. Das werden die Händler nicht gerne hören.

Unterdessen tauchen fast täglich Spekulationen über mögliche Käufer auf. Wie die "Detroit News" am 9. März meldete, haben sich Vertreter der der Investmentgesellschaft Centerbridge Partners mit Chrysler-Chef Tom LaSorda getroffen, um über einen möglichen Kauf zu verhandeln. Der kanadische Automobilzulieferer Magna sei ebenfalls mit einer Delegation zu Gesprächen angereist. Neben diversen Autoherstellern, darunter der chinesische FAW-Konzern, Volkswagen, Renault, Nissan, Fiat und Hyundai, die zwischenzeitlich als Interessenten gehandelt wurden, sind damit bereits drei Investorengesellschaften als mögliche Übernahmekandidaten im Gespräch. Neben Centerbridge waren auch die Blackstone Group und Cerberus Capital Management mit der DaimlerChrysler-Tochter in Verbindung gebracht worden. (ar/os)

Letzte Änderung: 19.03.2007









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