Continental will den Autozulieferer Siemens VDO
"Wir werden unser Pulver trocken halten, um alle Chancen, die mit der Konsolidierung der Branche verbundenen sind, nutzen zu können", stellte Wennemer klar. Deswegen habe man die Dividende zwar auf zwei Euro verdoppelt, werde aber nicht über Aktienrückkauf Geld an die Aktionäre zurückgeben. Erneut wies Wennemer darauf hin, das für ihn Private Equity ein gangbarer Weg für die Finanzierung des Unternehmens darstelle. Continental hat sich also auf eine größere Übernahme eingestellt, schließt aber auch den Kauf kleinerer Unternehmen nicht aus, soweit sie ins Portfolio passen. Jetzt wartet man auf ein Zeichen von Siemens. Man werde sich - so Wennemer - mit dem auseinandersetzen, was Siemens anbiete.
Gleichzeitig warnte Wennemer alle, die eine Übernahme der Continental AG erwägen. "Wer immer ein Interesse an der Continental AG haben sollte, muss dies in seine Überlegungen mit einbeziehen: Eine Zerschlagung des Unternehmens wird es mit diesem Vorstand nicht geben."
2006 hatte Continental bereits für rund 800 Mio Euro Zukäufe getätigt, darunter als größter Brocken die Automobilsparte des amerikanischen Mobilfunkunternehmens Motorola. Zur Zeit laufen Gespräch mit dem US-amerikanischen Unternehmen Goodyear, von dem Conti den Bereich Goodyear Engineered Products übernehmen will, der zur eigenen Division Contitech passt. Davon sind mehr als 8000 Mitarbeiter betroffen, als Kaufpreis werden 1,6 Mrd US-Dollar genannt.
Zum Wachstum bei Continental haben 2006 alle Divisionen beigetragen. Doch wurden die Zuwachraten zum Teil durch steigende Rohstoffkosten und aus der Integration zugekaufter Firmen eingebremst. Die Übernahme des Hamburger Unternehmens Phoenix hält Conti inzwischen für erfolgreich abgeschlossen. Man werde sich jetzt darum bemühen, die letzten Phoenix-Altaktionäre auszukaufen, um die 100 Prozent zu erreichen.
Das Unternehmen beschäftigt jetzt weltweit rund 80 000 Mitarbeiter, davon 30 000 in Deutschland. Hier sind im vergangenen Jahr rund 400 neue Stellen dazu gekommen. Weltweit stellte Conti mehr als 1300 akademisch ausgebildete Nachwuchskräfte ein, zwei Drittel davon Ingenieure.
Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand erneut Wachstum, dieses Mal um rund fünf Prozent. Dazu sollen wieder alle Divisionen des Unternehmens beitragen, so dass am Ende des Jahres wahrscheinlich neuerlich ein Rekordergebnis zu erwarten ist. Diese Planungen sollen auch die hohe Investitionsquote von sechs Prozent vom Umsatz und der Aufwand für Forschung und Entwicklung in Höhe von 4,6 Prozent vom Umsatz absichern. (ar/Sm) Letzte Änderung: 22.02.2007
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