CSM Worldwide sagt voraus, dass die Autoverkäufe in Europa im dritten Jahr in Folge zurück gehen werden
CSM sagt für 2010 einen Rückgang der Verkäufe in Europa um 7,9 Prozent auf 16,7 Millionen Fahrzeuge voraus. Dies folgt der Rückläufigkeit in Höhe von 13,4 Prozent im Jahre 2009 und von 5,1 Prozent im Jahre 2008, als in Europa insgesamt 21,0 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden.
"Der Verkaufsrückgang wäre insgesamt sehr viel stärker ausgefallen, wenn es die staatlichen Unterstützungsprogramme durch die Abwrackprämien nicht gegeben hätte. Diese haben zahlreichen Grossserienherstellern in der zweiten Jahreshälfte eine Atempause verschafft", sagte Walt Madeira, Leiter Fahrzeugprognosen in Europa bei CSM. "In Ländern, die keinerlei staatliche Hilfe angeboten hatten, nahm die Nachfrage nach Neuwagen mit einem Rückgang der Verkäufe um 20 bis 70 Prozent sehr viel heftiger ab."
Westeuropa
CSM sieht in Westeuropa für das Jahr 2010 einen Verkaufsrückgang um 10,6 Prozent voraus. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass viele Verbraucher den Kauf eines Wagens bereits auf das Jahr 2009 vorgezogen haben, um von den staatlichen Förderprogrammen profitieren zu können.
In dieser Region war der Fahrzeugverkauf sechs Quartale in Folge bis zum dritten Quartal 2009, in dem die Nachfrage wieder um 3,8 Prozent stieg, rückläufig. Im darauf folgenden Quartal konnte im Vorjahresvergleich ein beträchtlicher Zuwachs von 17,5 Prozent verzeichnet werden, da viele Regierungen ankündigten, die mit der Verschrottung von Fahrzeugen einhergehenden Finanzhilfen stark zu beschränken bzw. ganz einzustellen.
"Wenn man berücksichtigt, dass das Nachfrageniveau in der ersten Jahreshälfte um ca. 13 Prozent zurückgegangen war, ist die Leistung des zweiten Halbjahres bemerkenswert", sagte Madeira. "Diese positive Reaktion des Verbrauchers verschaffte den Grossserienherstellern in der gesamten Brache eine Atempause."
Osteuropa
In Osteuropa, das im Jahr 2009 einen kräftigen Verkaufsrückgang um 42,4 Prozent verzeichnete, wird der Verkauf im Jahre 2010 wieder leicht anziehen, so die Prognose von CSM.
Der leichte Anstieg der Verkaufszahlen in Osteuropa um 4,6 Prozent auf 3,4 Millionen Fahrzeuge wird allerdings weit unter dem Rekordniveau der letzten Jahre liegen und auch nicht ausreichen, um die trüben Aussichten für Westeuropa aufzuhellen.
"Der jüngste Anstieg in den aufkommenden Märkte wie Russland und der Ukraine wurde von den verheerenden Auswirkungen des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs bereits wieder zunichte gemacht", ergänzte Madeira. "Die meisten Marken in Osteuropa werden vier bis fünf Jahre brauchen, um sich zu erholen und ihr wahres Potenzial deutlich machen zu können. Im Jahre 2010 werden sich die Automobilhersteller ganz auf die Verteidigung ihres Anteils an den jeweils landeseigenen und herkömmlichen Volumenmärkten konzentrieren statt Ressourcen für die Eroberung von Marktanteilen in Osteuropa frei zu geben."
Ausblick auf den Verkauf in Europa
2008 2009 2010
Verkauf von leichten
Fahrzeugen (in Millionen)
Westeuropa 15,3 14,9 13,3
Osteuropa 5,6 3,2 3,4
Europa 21,0 18,1 16,7
Veränderung gegenüber dem
Vorjahr in Prozent
Westeuropa - 8,7 % - 2,8 % - 10,6 %
Osteuropa + 6,3 % - 42,4 % 4,6 %
Europa - 5,1 % - 13,4 % - 7,9 %
Die Produktion wird elastischer
Zur Fahrzeugproduktion sagte CSM, zahlreiche Hersteller seien gezwungen, ihre Produktion neu auszubalancieren, da das Auslaufen der staatlichen Prämien die Verbrauchernachfrage drosseln werde.
"Insgesamt gesehen wird die Fahrzeugproduktion elastischer als die Nachfrage sein", sagte Mark Fulthorpe, Direktor Fahrzeugvorhersagen Europa. "Die Autohersteller haben ihre Produktion Ende 2008 und 2009, als die Abwrackprogramme in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern den Verkauf mit Erfolg ankurbelten, stark zurückgefahren. Es ist jetzt für viele Hersteller daher an der Zeit, ihre Lagerbestände wieder aufzufüllen, doch ist Vorsicht geboten, denn die Verbraucher spüren weiterhin die Auswirkungen der Rezession und wir kehren nur langsam zu einem natürlicheren Nachfrageniveau zurück."
CSM schätzt, dass das Produktionsniveau im Jahre 2009 bei 16,3 Millionen Fahrzeugen lag und damit um 20,3 Prozent unter dem des Jahres 2008. Der Ausblick auf 2010 geht von voraussichtlich 16,2 Millionen Fahrzeugen, d. h. von einem weiteren Rückgang um 0,9 Prozent aus.
Kompakt- und Kleinfahrzeuge, insbesondere der Marken und Hersteller, die ihren Absatz aufgrund der staatlichen Prämien im Jahre 2009 haben kräftig zunehmen sehen, so wie Ford, Fiat und Volkswagen, werden sich jetzt grösseren Herausforderungen stellen müssen.
"Das schwache Verkaufs- und Produktionsumfeld wird das langjährige Überkapazitätsproblem der Branche nur noch verschärfen", sagte Fulthorpe. "Obwohl die Umstrukturierung der europäischen Betriebe von GM bereits angelaufen ist, werden Unternehmen wie Fiat, Renault und PSA unter dem Druck stehen, die Fertigung im Ausland und den Erhalt von Arbeitsplätzen im Inland ins Gleichgewicht zu bringen."
Die Produktion grösserer, stärker auf den Export ausgerichteter Angebote wird sich voraussichtlich besser schlagen können als kleine und kompakte Fahrzeuge.
"Wir sehen eine leichte Verbesserung der Flottenaktivität in Europa sowie eine stärkere Erholung auf den internationalen Märkten für deutsche Spitzenmarken, doch wird dieser durch den Dollar-Eurowechselkurs beeinträchtigt", sagte Fulthorpe. "Neue Produkte wie die 5-Reihe von BMW, die komplette E-Klasse von Mercedes-Benz und neue Nischenfahrzeuge von Audi müssen schon sehr attraktiv sein, um die anspruchsvollen Kunden in Europa und anderswo zu interessieren."
Informationen zu CSM Worldwide
CSM Worldwide versorgt die weltweit führenden Automobilhersteller, Zulieferer und Finanzinstitutionen mit zuverlässigen Marktprognosen zum Automobilmarkt und strategischen Beratungsdienstleistungen. CSM Worldwide deckt aus Detroit, Grand Rapids, São Paulo, London, Paris, Frankfurt, New Delhi, Bangkok, Shanghai, Seoul and Tokio aus den weltweiten Automobilsektor ab.
London (ots/PRNewswire) Letzte Änderung: 27.01.2010
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