Daimler schickte modernen Actros und alten LP auf Vergleichsfahrt
Der Mercedes-Benz LP 1620, der in den sechziger Jahren zu den modernsten Lastwagen der Welt zählte, verbrauchte auf der Testfahrt knapp 20 Prozent mehr Treibstoff als der Actros 1844. Wird der Kraftstoffverbrauch ins Verhältnis zur Nutzlast gesetzt, so ergibt sich fast eine Halbierung. Je Tonne pro 100 Kilometer konsumierte der Lkw-Veteran 2,34 Liter (16-Tonner), der Actros (40-Tonner) kam auf 1,27 Liter. Gleichzeitig stieß der moderne Lkw um bis zu 98 Prozent weniger Partikel und Stickoxide aus.
Deutlich reduziert hat sich auch die physische und mentale Beanspruchung des Fahrers. Dazu sind im Rahmen der Vergleichsfahrt "Transalp Trucking 2010" erstmals in einem Lkw EEG-Messungen vorgenommen worden. Die Aufzeichnung von Gehirnströmen mit Hilfe Elektroenzephalografie (EEG) lässt Rückschlüsse über die mentale Beanspruchung des Fahrers zu. Dafür setzte der Fahrer eine mit Sensoren bestückte EEG-Kappe auf, die genau registrierte, wann das Gehirn ein übers Ohr gesendetes akustisches Signal wahrnahm. Am Steuer des Actros blieb die Wahrnehmungszeit sowohl auf schwieriger Strecke (Baustelle, Passfahrt) als auch auf einfach zu befahrenden Autobahnabschnitten nahezu unverändert. Im LP 1620 zeigte das EEG eine völlig andere Fahrer-Reaktion: Die Reizverarbeitung dauerte bis zu 400 Millisekunden länger. So viel Zeit würde im Gefahrenmoment verstreichen, bis der Fahrer reagiert. Bei einem 80 km/h schnellen Lkw wären das eine um neun Meter später eingeleitete Bremsung. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 27.04.2010
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