Dekra-Studie sieht erfolgreiche Sanierung im Automobilhandel
Die geringe Eigenmittelausstattung, die hohen und weiter steigenden Finanzierungskosten für Bestände und Forderungen sowie die strategische Unsicherheit durch das Auslaufen der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) im Jahr 2010 haben die Ausgangssituation für einen gelungenen Turnaround im Branchenvergleich schwieriger gemacht. Am Markt tragen die Kaufzurückhaltung infolge stagnierender Nettolöhne, die sprunghafte Verteuerung von Kraftstoffen sowie die Unklarheit politischer Rahmenbedingungen dazu bei, dass die Anzahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe bei etwa 1100 pro Jahr verharrt.
Dazu kommt ein durch stark leistungs- oder volumenorientierte Margensysteme zum Teil künstlich erzeugter Verdrängungswettbewerb in der Branche, der den Trend zu größeren Einheiten im Handel durch Konsolidierung der Vertriebsnetze eher noch anfacht. Auf innerbetrieblicher Ebene sind die maßgeblichen Ursachen für die hohe Insolvenzgefahr typischerweise im Management selbst zu finden.
Deutliche Verbesserungspotentiale sehen die Experten neben der Krisenidentifikation auch im Vorgehen bei Sanierungsprojekten. Schnelligkeit beim Umsetzen von Maßnahmen und die Sicherstellung ihrer Wirksamkeit seien für eine dauerhafte Krisenbeseitigung wesentlich, betonte der Berater.
Durch verbessertes Krisenmanagement im Automobilhandel wäre nahezu jede zweite Insolvenz zu verhindern oder doch zumindest in ihren negativen Auswirkungen für Gesellschafter, Mitarbeiter und Fremdkapitalgeber deutlich abzumildern, was allerdings eine Auseinandersetzung aller Beteiligten im Krisenfall voraussetzt. (ar/nic) Letzte Änderung: 23.05.2008
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