Dekra testet Kompakt-Cabriolets
Die Unfallforscher haben das Gefahrenpotential der Freiluft-Fahrzeuge mit Crashtests untersucht und dabei besondere Risiken aufgedeckt. Die Platzeinsparungen können sich auf das Verletzungsrisiko der Insassen auswirken, wie die aktuellen Crashtests zeigen.
Bei einer Heckkollision prallten wegen des kleinen Zwischenraumes die Kopfstützen gegen die Überrollbügel des angestoßenen Kompakt-Cabrios. Nach Meinung des Unfallforschers würde bereits eine Vergrößerung des Zwischenraums von wenigen Zentimetern dieses Problem deutlich entschärfen.
Die Crashtests haben gezeigt, dass ohne Überrollbügel die Überlebenschancen der Insassen entscheidend reduziert sind. Aber auch bei vorhandenen Überrollbügeln ist Vorsicht geboten. Der Kopf des Fahrers dürfe bei geöffnetem Verdeck nicht über die Frontscheibe oder den Überrollbügel hinausragen, warnt Jörg Ahlgrimm, Leiter Unfallanalyse der Dekra. Das Schutzpotenzial sei in diesem Fall gering. Es ist deshalb wichtig, dass die Sitze trotz des kleinen Fahrgastraums optimal auf den Lenker eingestellt werden können.
Das fehlende Dach und die damit verbundenen Einbussen bei der Steifigkeit der Fahrzeugkarosserie werden beim Cabrio durch diverse Längs- und Querverstrebungen in der Bodenkonstruktion kompensiert. Das bedeutet auch ein Plus in punkto Sicherheit, wie die Crashtests zeigen, wird das Fahrzeug bei einem Frontalaufprall deutlich weniger deformiert als sein geschlossenes Pendant.
Allerdings verlieren die Fahrgastzellen durch die längeren Seitentüren seitlich an Steifigkeit. Bei einem Seitenaufprall wird die Tür verhältnismäßig stark eingedrückt, was zu einer erhöhten Verletzungsgefahr im Beckenbereich führen kann.
Beim Kompakt-Cabrio mit versenktem Blechdach wird das Dach, das im Fall eines Heckaufpralls nach vorne geschoben wird, zu einem neuen Problem. Wird es nicht genügend abgefangen, kann es gar in den Fahrgastraum eindringen. (ar/nic) Letzte Änderung: 21.06.2007
Dekra testet Kompakt-Cabriolets. Foto: Auto-Reporter/Dekra
Dekra testet Kompakt-Cabriolets. Foto: Auto-Reporter/Dekra
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