Delphi: Wagoner hält Einigung für möglich

General Motors-Chef Rick Wagoner sieht reelle Chancen für erfolgreiche Verhandlungen mit dem insolventen Automobilzulieferer Delphi. Wie US-Medien berichten, geht er davon aus, den Gewerkschaften Zugeständnisse bei den Sozialleistungen und den Gehältern abringen zu können. Delphi, ehemalige Teilesparte von GM und mit 22 Milliarden Dollar verschuldet, hat eine für heute geplante richterliche Anhörung um eine Woche verschoben, bei der eine mögliche Aufhebung der Tarifverträge verhandelt werden sollte.

Für diesen Fall hatten die Gewerkschaften mit einem Streik gedroht, der nicht nur das endgültige Aus für Delphi bedeuten könnte, sondern auch die Krise bei GM verschärfen. Delphi ist immer noch wichtigster Zulieferer von GM. Wagoner sagte, es würden Investoren und Gläubiger in die Verhandlungen einbezogen, um eine Lösung zu finden. Jetzt bleibt den Verhandlungsparteien weitere Woche Zeit, die Fronten abzustecken. Eine schnelle und endgültige Lösung erwartet Wagoner jedoch nicht.

Gleichzeitig kritisierte Wagoner bei der jährlichen Tagung der Automobilindustrie in Traverse City die US-Regierung, die angesichts der Belastungen der Autofirmen durch Pensions- und Gesundheitskosten tatenlos zuschaue. Er bezifferte die Kosten für drei großen Hersteller GM, Ford und Chrysler pro Jahr auf zehn Milliarden Dollar mit steigender Tendenz und forderte zum wiederholten Mal, die Regierung müsse sich am Sozialsystem beteiligen. Bisher hatte die Regierung entsprechende Forderungen immer vehement abgelehnt. Auch Verlässlichkeit bei den Energiekosten vermisse er, so Wagoner. (ar/sb) Letzte Änderung: 11.08.2006









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