Der neue Bentley Continental GT

Designstudie debütiert auf dem Pariser Automobilsalon

Der Continental GT wird von einem 6,0 Liter großen Bentley Biturbo-Zwölfzylinder mit mehr als 500 PS über alle vier Räder angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt durch ein Sechsgang-Automatikgetriebe, das alternativ über Wippen am Lenkrad geschaltet werden kann. Das neue Modell kombiniert die Fahrleistungen eines Supersportwagens in beeindruckender Weise mit dem Innenraumangebot, der Vielseitigkeit and dem Fahrkomfort eines auch als Alltagsauto einsetzbaren Fahrzeugs. In dieser und manch anderer Hinsicht, ist Bentley davon überzeugt, hiermit ein einzigartiges Automobil geschaffen zu haben.

Der Bentley Continental GT wurde im Unternehmensstammsitz Crewe entwickelt und wird dort auch auf vollständig neuen Produktionsanlagen gefertigt werden. Das Automobilwerk stellt einerseits den modernsten Stand der Produktionstechnik und Qualitätssicherung dar, erlaubt aber gleichzeitig die Integration der für den individuellen Charakter eines jeden Bentley elementar wichtigen Fertigungsschritte in Handarbeit. Genau diese manufakturartigen Prozesse sind es, die einen Bentley nochmals und nachhaltig veredeln und das Markenzeichen des geflügelten ?B' zum weltweiten Inbegriff höchster Automobilbaukunst und Qualität machten.

Die in Paris gezeigte Bentley Studie soll in der zweiten Jahreshälfte 2003 in ihrer Serienversion auf den Markt kommen. Aufgrund des progressiven Technologie-, Design und Packaging-Konzeptes wird Bentley mit diesem Ausnahmesportwagen nicht allein bisherige Kunden, sondern gleichzeitig eine neue Klientel erreichen.

Der Continental GT ist in jedem Detail ein reinrassiger Bentley. Dennoch soll der positive Einfluss der Volkswagen AG auf die traditionsreiche englische Luxusmarke nicht verschwiegen werden. Hintergrund: Der Traum, ein neues Bentley Coupé zu realisieren, existierte in Crewe seit mehr als zwei Jahrzehnten. Doch erst durch ein von Volkswagen bestätigtes Investitionsvolumen von 500 Millionen Pfund (etwa 800 Millionen Euro) wurden die Grundlagen geschaffen, diesen Traum zu verwirklichen.

Das Volkswagen Engagement beschränkte sich allerdings nicht allein darauf, das Kapital für die Entwicklung des Bentley Continental GT zur Verfügung zu stellen. Vielmehr ermöglichte der Konzern parallel die tiefgreifende Umgestaltung des Werkes Crewe zu einem hochmodernen Zentrum herausragender Produktionstechnik. Darüber hinaus garantiert die Volkswagen AG Bentley auch künftig die Souveränität in den elementaren Bereichen Design, Technik und Produktion.

Die Highlights des Bentley Continental GT im Überblick

Das Karosseriedesign des Bentley Continental GT

Die Stylinggeschichte des Continental GT beginnt im August 1999. Zu diesem Zeitpunkt erhielt der neue Design Director, Dirk van Braeckel, den Auftrag, das Konzept für ein Bentley Coupé zu entwerfen. Kein gewöhnlicher Auftrag, denn es sollten acht Jahrzehnte Bentley Design als Inspirationsquelle genutzt werden, um ein neues Styling für eine progressive Zukunft der traditionsreichen Marke zu schaffen. Es vergingen nur vier Monate, bis van Brackel kurz vor Weihnachten dem Bentley Motors Vorstand seinen favorisierten Entwurf vorlegte. Er wurde sofort angenommen. "Ich bin immer noch verblüfft, dass es nur vier Monate dauerte", resümiert van Braeckel rückblickend. "Es gibt immer eine Geschichte zu erzählen, wenn man ein neues Auto entwirft und diese handelt von der Wahl des richtigen Teams; alle beteiligten Designer verstanden sofort das Ziel unseres Auftrages. Ein Bentley Coupé ist ein sehr emotionales Produkt, und ebenso sind wir an das Projekt herangegangen. Es war schon ein fast als "magisch" zu bezeichnender Prozess."

Der Schlüssel dazu, Bentleys Designgeschichte in Ehren zu wahren und gleichzeitig den Sprung in ein neues Jahrhundert zu schaffen lag darin, sich durch das Design von Automobilen wie dem 1928er Bentley Speed Six und dem R-Type Continental von 1952 inspirieren zu lassen, die Formen aber in einen absolut modernen und zeitlosen Kontext zu sehen. "Wonach man sucht", sagt van Braeckel "sind die Merkmale, die diesen Autos eine Präsenz und ein Standing gaben, als ob sie jedem Betrachter förmlich den Namen ?Bentley' zurufen wollten. Dieser eindrucksvolle Effekt wurde perfekt von der Vor- in die Nachkriegszeit und ebenso von dort bis in die Gegenwart transferiert. Dies muss man verinnerlicht haben; danach kann man eigentlich die Historie vergessen."

Die neue Designphilosophie des Continental GT kennzeichnet ein extrem kurzer Überhang der Frontpartie und eine offenkundig dominante Motorhaube, die durch den ungewöhnlich großen Vorderwagen zum Ausdruck gebracht wird. Das Dach spannt sich elegant zwischen der A- und C-Säule, eine B-Säule gibt es nicht. Die Linie der hinteren Kotflügel wirkt als Kontrapunkt extrem muskulös und ausgeprägt, um so den Eindruck eines niederkauernden, sprungbereiten Tieres zu erwecken.

Über diesen einzelnen Highlights liegt eine Formensprache, die im Sinne der Bentley Tradition vom Designteam intuitiv umgesetzt wurde. Sie gab vor, dass der Continental GT kurvenreich und homogen gestaltet werden sollte, mit Formen, die je nach Blickwinkel imaginär erscheinen und wieder entschwinden, wie der Muskel eines Sportlers; plastisch und doch schlank.

Weil die Formgebung des Coupés äußerst komplex ist und die Ausrichtung zwingend sportlich sein musste, wurde beschlossen, den Einsatz von Chrom oder poliertem Aluminium auf den Bereich der Seitenscheiben, der unteren Schweller und der Auspuffendrohre zu beschränken. Eine dominante Design-Funktion nehmen vielmehr die Doppelscheinwerfer ein, da sie die Aufmerksamkeit auf das prägnanteste aller Bentley Stilmerkmale lenken: den Matrix-Kühlergrill.

Nachdem das faszinierende Design stand, wäre es durchaus vertretbar gewesen, angesichts der dynamischen Herausforderungen eines solchen Hochleistungsautos den einen oder anderen optischen Kompromiss einzugehen - die Form folgt schließlich der Funktion. So benötigt ein Sportwagen, der in nur 60 Sekunden fast fünf Kilometer zurücklegen kann, eine sorgfältig optimierte Aerodynamik. Ein Heckspoiler auf der Kofferraumhaube ist gemeinhin die Folge. Doch der einfachere Weg ist ästhetisch nicht immer der bessere. Die Aerodynamiker in Crewe realisierten deshalb eine aufwendigere und elegantere Lösung: Der Bentley Continental GT hat zwar einen Heckspoiler, doch der wurde an der Schnittstelle zwischen Heckscheibe und Kofferraum so intelligent in das Design integriert, dass er nahezu unsichtbar ist. Erst mit zunehmender Geschwindigkeit wird der Spoiler automatisch ausgefahren; in dieser Stellung bildet er strömungstechnisch eine effiziente aerodynamische Einheit mit dem Unterbodendiffusor des Continental GT.

Ein weiteres Designkunststück des Bentley Continental GT ist das in der Heckscheibe integrierte dritte Bremslicht. Die Vorschriften verlangen, dass es eine definierte Fläche einnimmt; die Form indes ist nicht vorgeschrieben. Deshalb besitzt das Coupé ein nur drei Millimeter hohes, aber ein Meter breites mittleres Bremslicht. Diese Gestaltung beeinflusst das Styling nicht negativ, lässt den folgenden Verkehr aber auch nie im Unklaren, wann der Bentley-Fahrer die Bremsen aktiviert.

Das Interieurdesign und -ambiente des Bentley Continental GT

Der Innenraum des Coupés wurde unter dem Einsatz wertvollster Leder und edelster Hölzer so gestaltet, dass sich Bentley Stamm- und Neukunden gleichermaßen wohlfühlen. Wer zum ersten Mal einen Bentley erlebt, wird ein neues Niveau von Luxus und erlesenem Stil entdecken. Am auffälligsten ist sicher der symmetrische Aufbau des Armaturenbretts und der aufsteigenden Mittelkonsole; das Cockpit wölbt sich nach links und rechts in einer Form, die bewusst die berühmten Bentley-Flügel widerspiegelt.

Fahrer und Beifahrer erwartet eine einzigartige Cockpitgestaltung und Ergonomie, in der schnell eine ideale Sitzposition gefunden ist und sämtliche Bedienungselemente perfekt im Überblick und zur Hand liegen. Um dies zu erreichen, reisten Bentleys Interieurdesigner u.a. nach New York, um dort großgewachsene Basketballspieler zu vermessen. In der Folge entwickelten sie den ersten Ausnahmesportwagen, der jeder Fahrer- und Beifahrerstatur gerecht wird.

Bentley ist einer der wenigen Autohersteller, der das Design der Sitze als elementar wichtigen Bereich weiterhin im eigenen Haus behält. Wer jemals eine größere Distanz in einem Bentley zurückgelegt hat, weiß, wie wichtig dieser Teil ergonomisch perfekter Gestaltung ist. Die besondere Herausforderung im Hinblick auf den Continental GT lag darin, ausgezeichnet komfortable Sitze zu entwickeln, die sowohl nach vorne wie hinten beachtliche Bewegungsfreiheit garantieren, sich dabei über eine Vielzahl elektrischer Verstellmöglichkeiten optimal justieren lassen und zudem einen optimalen Verlauf des Sicherheitsgurtes gewährleisten. In einer Limousine ist das kein Problem, in einem Sportwagen ohne B-Säulen sehr wohl. Die Bentley Ingenieure und Designer schafften es dennoch, eine unter ästhetischen und sicherheitsrelevanten Aspekten optimale Gurtführung zu entwickeln.

Die gleiche hohe Aufmerksamkeit wurde den Sitzen im Fond gewidmet. Kein anderer Supersportwagen bietet hinten ähnlich gute Platzverhältnisse. Die Fondpassagiere sitzen weit auseinander, tief eingelassene Nischen bieten ihren Ellenbogen Platz.

Selbst wenn hinten auf langen Strecken eher Kinder ideal sitzen, so ist doch die kürzere Strecke auch mit vier Erwachsenen möglich. Und dies gelingt im Wettbewerbsumfeld der Ausnahmesportwagen allein dem Bentley Continental GT.

Eine der schwierigsten Aufgaben für Interieurdesigner von Luxusautomobilen liegt darin, die Bedienungselemente und Informationsschnittstellen so zu konzipieren, dass sie übersichtlich und benutzerfreundlich sind, zugleich aber extrem edel wirken. Das eine theoretische Extrem der Problemlösung teilt jeder Funktion oder jedem Display seine separate Bedienungseinrichtung zu; das andere Extrem kommt mit nur einem Bedienelement und einem Display für alle Funktionen aus. Bentleys Lösung liegt darin, die besten Elemente beider Extreme so zu kombinieren, dass ein sowohl effektiver als auch attraktiver Innenraum entsteht.

Die meisten Routinefunktionen, die häufig während der Fahrt benutzt werden - zum Beispiel der Tempomat und die Grundfunktionen der Audioanlage - können im Bentley direkt vom Lenkrad aus gesteuert werden. Features wie die Klimaanlage, das Navigations-system, der Bord-Computer oder der CD-Player werden über separate und ergonomisch optimierte Tastenfelder individuell bedient. Doch gleich ob Grund- oder Feinfunktion werden alle gewählten Einstellungen über dasselbe Zentraldisplay in der Mittelkonsole angezeigt. Permanent wichtige Elementarinformationen wie Geschwindigkeit und Motordrehzahl liest der Fahrer über klassische, edle Rundinstrumente ab. Alle relevanten Funktionssysteme werden über ein weiteres Display dargestellt.

Überall im Fahrzeuginnenraum sind zahlreiche Beispiele des charakteristischen Bentley Stils zu erkennen. Am deutlichsten wird das an den unverwechselbaren bullaugenförmigen Lüftungsöffnungen mit ihrem perfekten Bedienmechanismus über die sogenannten "Orgelpfeifen-Schieber" - ein Detail, das in keinem Bentley fehlt. Ebenfalls typische Bentley Merkmale sind die Aluminiumpedale, in Chrom eingefasste Instrumente, eine Rändelung an vielen Funktionselementen und eine zentral integrierte Analoguhr.

Wie bei jedem Bentley, bleiben auch im Continental GT Holz und Leder unerlässliche und wesentliche Elemente der Innenraumgestaltung; allerdings wurden sie so eingesetzt, dass sie zum sportlichen Charakter des neuen Coupés passen.

Gleichzeitig ist dies ein Beweis dafür, dass diese traditionellen Materialien immer noch ein zeitgemäßes Ambiente kreieren können, wenn sie richtig behandelt und eingesetzt werden. Obwohl die handwerkliche Kunst einen extrem hohen Stellenwert einnimmt, wird sie heute durch moderne Techniken perfektioniert. Hierzu gehört ein Verfahren, mit dem Holz so extrem gebogen werden kann, wie es früher einfach unmöglich war. Ein anderes Beispiel zeigt die Lederbearbeitung: die zu verarbeitenden Stücke werden mittlerweile mittels digitalisierter Prozesse aus dem Leder geschnitten, um minimale Materialverluste und maximale Genauigkeit zu garantieren.

Das technische Konzept des Bentley Continental GT

Die konzeptionellen Vorgaben für den Continental GT waren ebenso einfach zu definieren wie schwierig zu verwirklichen: es sollte ein Auto entstehen, das extrem viel Raum bietet, die extremen Leistungen und Handlingeigenschaften der besten Sportwagen dieser Welt erreicht und gleichwohl kompakte Dimensionen bietet. Hier waren innovative Lösungen gefordert.

Wer bei vergleichsweise kompakten Fahrzeugdimensionen ein ideales Platzangebot im Innenraum verwirklichen will, muss bei der Entwicklung unter der Motorhaube beginnen. Nichts anderes gilt für das neue Bentley Coupé; denn das Geheimnis seines großzügigen Innenraums ist der Motor. Bentley entschied sich für das Grundkonzept des W12-Motors, das auch in anderen Fahrzeugen des Konzern zum Einsatz kommt. Die Ingenieure ergriffen einerseits die Chance, diesen Motor in einen echten Bentley-Antrieb zu verwandeln; anderseits nutzten sie die besonders kompakten Baumaße, um das Package des Continental GT zu perfektionieren.

Statt zwei langen Reihen mit jeweils sechs Zylindern, wie sie alle konventionellen V12-Motoren vorweisen, werden beim W12 die Zylinder in jeder Reihe versetzt angeordnet. Dadurch entstehen im Grunde zwei außerordentlich spitzwinklige (15°) V6-Motoren, die unter Nutzung einer gemeinsamen Kurbelwelle eine W-Anordnung entstehen lassen. Durch genau diesen konstruktiven Grundaufbau entsteht angesichts des erheblichen Leistungsvermögens ein extrem kurzer Motor. Durch die kompakte Bauweise wird Platz freigesetzt, der wiederum für den Innenraum zur Verfügung steht.

Doch dies allein reichte nicht aus, um die strengen Zielvorgaben unter der flach abfallenden Dachlinie des Continental GT zu erreichen. Ein Schlüssel zur Maximierung des Innenraums ist das Anheben des sogenannten H-Punktes. Er beschreibt die Position, an der sich die Hüften von Fahrer und Beifahrer befinden und die in allen Bentleys höher liegt als in konventionellen Hochleistungsautomobilen. Die Vorteile sind vielfältig: Zum einen bedeutet es, dass die ergonomisch wichtige Idealposition des Fahrers - ein weiteres Markenzeichen von Bentley - beibehalten wird. Zum anderen garantiert der angehobene H-Punkt, dass die Sitzposition einer möglichst optimalen anatomischen Haltung entspricht. Schließlich, und dies ist von ausschlaggebender Bedeutung, schafft eine hohe und aufgerichtete Fahrerposition entscheidenden Platz für die Passagiere auf den Rücksitzen.

Genau deshalb ist der Continental GT ein echter 2+2-Sitzer; eine Bezeichnung, die heute etwas abgewertet erscheint, da sie auf Autos angewandt wird, in denen es kaum mehr als eine kurze Sitzkante hinter den Vordersitzen gibt. Im Falle des Continental GT steht der Begriff für ein Auto, das zwei Erwachsenen und zwei Kindern komfortabel über unbegrenzte Entfernung Platz bietet.

Ein weiterer weniger offensichtlicher, aber nicht weniger wichtiger Vorteil der Continental GT Konzeption ist das Nichtvorhandensein der B-Säule. Neben den ästhetischen Gründen spricht für diese Lösung, dass die hinten Sitzenden dank der durchgängigen seitlichen Glasfläche in einem wesentlich freundlicheren und luftigeren Ambiente reisen. Das Fehlen der B-Säulen und die besonderes schlanken vorderen Kopfstützen garantieren im Continental GT eine beispiellose gute Sicht vom Rücksitz aus.

Auch das vergleichsweise große Kofferraumvolumen von 355 Litern wurde nur durch innovative Lösungen erreicht: In Coupés dieser Klasse befindet sich der Kraftstofftank oftmals zwischen dem Kofferraum und den Rücksitzen. Doch dieser Weg führt zu einer größeren Fahrzeuglänge, reduziert generell das Platzangebot und nimmt die Möglichkeit, eine Durchladeeinrichtung vom Gepäckabteil bis in den Fond zu integrieren. Der Tank des Continental GT liegt deshalb unter dem Fahrzeugboden. Den 90-Liter Tank dort unterzubringen machte es erforderlich, den Kardantunnel zu überbrücken; doch die Effektivität des Ergebnisses rechtfertigt den Aufwand: Der Bentley Continental GT besitzt nicht nur einen großen Kofferraum, sondern ebenfalls eine Durchreiche für vier Paar Skier. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in diesem Segment.

Die Bentley Entwicklungstechnologien

Der Continental GT ist der erste Bentley, der vollständig in einer virtuellen Welt entworfen wurde. Jedes Teil, bis hin zur kleinsten Unterlegscheibe, wurde am Computer entworfen und in das Gesamtkonzept des Continental GT integriert.

Die Anwendung neuester Computer Aided Design (CAD) Programme auf CATIA-Basis stellt für Bentley im Bereich der Entwicklungstechnologien einen immensen Schritt nach vorne dar. Da alle Teile virtuell existieren, kann das komplexe Zusammenspiel der Komponenten untereinander getestet werden, bevor auch nur ein einziges Teil hergestellt wird. So werden Probleme gelöst, bevor sie real entstehen. In der Folge reduzieren sich durch dieses Verfahren die Entwicklungszeiten und -kosten. Noch wichtiger allerdings ist die Tatsache, dass durch die Dauerhaltbarkeit und Präzision eines jeden Teils ein beispielloser Grad an Qualität in der Serienfertigung erreicht wird.

Um es auf den Punkt zu bringen: Tatsächlich ist ein entscheidender Vorteil der virtuellen Entwicklungstechnologie, dass Bentley so bereits perfekte Einzelteile schaffen kann, bevor das eigentliche Data Control Model (DCM) für die Produktion hergestellt wird. Das DCM kommt einem mathematisch fehlerlosen physikalischen Modell des In- und Exterieurs so nah wie nur irgend möglich. Und dies ist die Mastervorgabe zur Herstellung der Produktionswerkzeuge. Wer hier Fehler vermeidet, perfektioniert das zu fertigende Automobil.

Doch dieser Weg führt nicht nur zum besser gefertigten und zuverlässigeren Produkt, sondern auch zu einem noch sichereren Fahrzeug. Ein Beispiel: Bentleys Know-how in der sogenannten Dynamic Crash Analysis (DCA) erlaubt es, die zeitaufwendige und zum Teil umständliche reale Versuchsphase die früher erforderlich war, um ein Auto mit guten Crasheigenschaften auszustatten, deutlich zu verkürzen. Mehr noch: Dieses Verfahren ist so weit entwickelt, dass die Bentley Ingenieure einen Continental GT in den realen Crashtest schicken und dabei wissen, dass die Ergebnisse nicht entscheidend von denen der virtuellen Welt abweichen werden.

Darüber hinaus ist jedoch klar, dass die DCA, wie alle virtuellen Entwicklungsprozesse, niemals abschließende reale Tests ersetzen kann. Die Aufgabe liegt vielmehr darin, dass bereits bis zum Zeitpunkt der Prototypenversuche ein Entwicklungsstand erreicht wird, dessen Niveau vor dem Einsatz von Verfahren wie dem DCA undenkbar gewesen ist. Genau diese Tatsache beschleunigt den Fortschritt auf dem Weg zum besseren und sicheren Automobil.

Der Antriebsstrang des Bentley Continental GT

Noch bevor feststand, wie der Continental GT angetrieben wird, wurden zwei äußerst wichtige Entscheidungen getroffen. Erstens: Der Neue sollte ein Leistungsniveau erreichen, das ihn unter den schnellsten Autos dieser Welt einreiht. Zweitens: Die Bereitstellung dieser Leistung musste auf die unnachahmlich souveräne Art des Hauses Bentley realisiert werden. Die Umsetzung dieser zwei Punkte konnte nur durch einen extrem leistungs- und drehmomentstarken Motor erfolgen, der seine maximale Kraft bereits im Drehzahlkeller zur Verfügung stellt.

Die W12-Anordnung des Motor war für Bentley eine logische Wahl. Denn sie hatte nicht nur das Potential, diese Leistungsvorgaben zu erfüllen, sondern bot genau jene kompakten Dimensionen, die für den Einbau im Continental GT notwendig waren. Als positiv erwies sich die Tatsache, dass die Grundkonzeption eines solchen Motors bereits in der Volkswagen Gruppe existierte. Obwohl Bentley dennoch seine eigene Variante dieses Motors entwickeln musste, waren die Vorteile einer bekannten Größe eindeutig.

Nachdem diese grundsätzliche Entscheidung getroffen war, wurde es nötig, das konstruktive Grundlayout des Motors vollkommen zu ändern, um ihn auf den ganz besonderen Einsatz im Continental GT abzustimmen. Als erstes war es offensichtlich, dass die Leistung des Standardmotors - obwohl absolut beachtlich für einen Saugmotor - nicht die Leistungs- und Drehmomentwerte erzielen würde, die für das Coupé gewünscht waren.

Dabei wurde schnell klar, dass eine Anhebung des Hubraums über die 6-Liter-Grenze kaum zielführend gewesen wäre. Die Bentley Ingenieure entschieden deshalb, dass die Leistungs- und Drehmomentwerte des Motors per Abgasturbolader gesteigert werden sollten. Das Prinzip der Aufladung wurde bereits 1928 erstmalig in einem Serienfahrzeug von Bentley verwendet. Seit der Einführung des berühmten "Blower Bentley" sind Turbolader ein Markenzeichen des Bentley Motorbaus. Und deshalb entschied man sich in Crewe, analog zu den bereits in diesem Jahr eingeführten Bentley Arnage T und R, ein Bi-Turbolader-System einzusetzen.

Dieses Aufladungskonzept bietet gegenüber einem einzelnen Turbolader zahlreiche Vorteile. Zunächst einmal können die zwei Turbolader kleiner ausgelegt werden als ein einzelner, mit dem der gleiche Effekt erzielt werden soll. Dadurch sprechen sie spontaner an, erreichen wesentlich schneller ihre Betriebsgeschwindigkeit und minimieren so die bekannte Turboverzögerung, das "Turboloch", auf ein nicht mehr relevantes Maß. Zwei Turbolader bedeuten zudem, dass die Abgaskatalysatoren des Autos neben dem Abgaskrümmer untergebracht werden können, schneller die Idealtemperatur erreichen und damit das Emissionsniveau reduzieren. Für den Einsatz im Continental GT wählte Bentley KKK-Abgasturbolader.

Gleichzeitig modifizierten die Bentley Ingenieure die inneren Komponenten des Triebwerks, bis alle Zielvorgaben für die Leistung, das Drehmoment, die Emissionen, den Verbrauch und die Langlebigkeit erreicht oder übertroffen wurden. Weitere Details über diese Veränderungen werden bekannt gegeben, sobald der Bentley Continental GT im kommenden Jahr als Serienversion debütieren wird.

Bereits jetzt kann jedoch bestätigt werden, dass Bentley sein Versprechen halten wird, den Continental GT mit einem über 500 PS starken Motor auszustatten. Doch Leistung bedeutet wenig ohne ein entsprechend hohes Drehmomentniveau. Die Philosophie, dass ein Bentley bereits knapp über Leerlauf-Drehzahl sagenhaft ansprechen soll, ist nicht neu. Viel mehr war dieses Prinzip bereits ein erklärter Weg, als WO Bentley vor 75 Jahren seine ersten Automobile mit sechs Zylindern vorstellte. Der Continental GT wird die Grundidee dieses Konzepts zu neuen Höhen führen, indem sein Motor ab 2.000 U/min bis in den roten Bereich einen unablässigen Kraftzuwachs liefern wird.

Nachdem Bentley einen der stärksten und agilsten Motoren der Welt konstruiert hatte war klar, dass ein ebenso außergewöhnliches Getriebe erforderlich sein würde, um die Leistung und das Drehmoment auf die Antriebsräder zu übertragen. Parallel fiel in einer sehr frühen Phase des Projektes die Entscheidung für den Einsatz eines Allradantriebs.

Die Kraftübertragung zwischen Motor und Allradantrieb regelt im Continental GT eine Sechsgang-Automatik, die vom deutschen Getriebespezialisten ZF speziell für Bentley produziert wird. Es ist die weltweit erste Automatik dieser Art, die in einem Hochleistungssportwagen arbeitet. Zunächst passte ZF das Grundlayout des Getriebes an, indem das Differential nach vorne gebracht wurde. Dadurch konnten auch die Antriebswellen und die Räder so weit wie möglich nach vorne verlagert und damit die für Bentley typischen kurzen vorderen Karosserieüberhänge realisiert werden.

Doch die entscheidende technische Eigenschaft dieser Tiptronic-Sechsgang-Automatik ist seine Fähigkeit, den Drehmomentwandler während der normalen Fahrt so zu variieren, als bestünde, analog zu einem Schaltgetriebe, ein direkter Kraftfluss. Und das garantiert in Verbindung mit einer Automatik eine bislang nicht realisierte Agilität der Gangwechsel. Davon abgesehen sind die Schaltvorgänge nur noch dadurch spürbar, dass sich die Nadel des Drehzahlmessers bewegt.

Dank der Tiptronic-Funktion kann der Continental GT entweder konventionell vollautomatisch oder als halbautomatischer Schaltwagen ohne Kupplung gefahren werden. In diesem Fall schaltet der Fahrer entweder über den Schalthebel in einer zweiten Gasse (+/-) oder über Wippen, die hinter dem Lenkrad angebracht sind. Sicherungssysteme garantieren dabei, dass ein Überdrehen oder ein zu niedertouriger Betrieb des Motors ausgeschlossen werden. Fakt ist unabhängig davon, dass ein Sechsgang-Getriebe selbst bei einem Bi-Turbo-Zwölfzylinder mit 6,0 Litern Hubraum die Drehzahlanschlüsse optimiert. Und eine Tatsache dürfte ebenfalls sein, dass viele Fahrer des Continental GT in bestimmten Situationen gerne selbst die Kontrolle über die Schaltvorgänge übernehmen werden; nicht weil sie es müssten, sondern weil sie es wollen. Zum Vergnügen.

Das Fahrwerk des Bentley Continental GT

Den Fahrkomfort und das Handling zu perfektionieren, ist einer der kompliziertesten und schwierigsten Bereiche der Fahrzeugentwicklung. Denn ein Plus im Komfort wirkt sich in der Regel als Minus im Handling und umgekehrt aus. Einem Team aus 25 Fahrwerksingenieuren gelang es dennoch, für den Bentley Continental GT ein Chassis zu entwickeln, das komfortorientierte Fahrer ebenso zufrieden stellt wie dynamische. Im Ergebnis bietet das neue Coupé eine straffe, aber nicht übermäßig harte Abstimmung und eine beeindruckende Widerstandskraft gegen jegliche Art unplanmäßiger Richtungswechsel. Dennoch, und auch das macht diesen Hochleistungssportwagen erneut einzigartig, bietet er selbst auf sehr schlechten Straßen Komforteigenschaften, die in diesem Segment beispiellos sind.

Die Basis dieses hochklassigen Fahrwerks bildet die extrem verwindungssteife Karosserie des Continental GT. Darüber hinaus kommen hochmoderne Achssysteme zum Einsatz: vorne ist es eine innovative doppelte Querlenkeranordnung mit minimalen Antriebseinflüssen auf die Lenkung, hinten eine Multilinkachse. Im Bereich der Aufhängung wird in großem Umfang Aluminium verwendet, insbesondere bei den Lenkern, um hier die ungefederte Masse zu verringern. Den gesamten vorderen Hilfsrahmen fertigt Bentley dagegen aus Edelstahl.

Entschiedenen Einfluss auf den Komfort des mit 19-Zoll-Rädern ausgerüsteten Bentley Continental GT hat seine aufwendig konzipierte Luftfederung. Anstatt konventioneller Schraubenfedern verfügt das System über Luftfederbalge, von denen jeder mit einem stufenlos elektronisch verstellbaren Stoßdämpfer kombiniert ist. Zur Funktionsweise: Der Einfluss von Druck auf einen Luftfederbalg (am einfachsten vorstellbar als Blasebalg in einem Metallrohr) ist stets konstant, während Schraubenfedern Seitenkräften unterworfen sind, die ihrerseits zu Reibung an den Stoßdämpfern führen. Darüber hinaus ermöglicht das Luftfederungssystem variable Federraten.

Ein weiterer Vorteil der Luftfederbalge liegen darin, dass sie relativ klein kompakt und deshalb leichter unterzubringen sind als konventionelle Schraubenfedern. Zudem wirken sie wie eine automatische Niveauregulierung, bei der das Fahrzeug unabhängig von seiner Beladung stets eine konstante Dämpferhöhe aufweist und so optimal kontrollierbar bleibt.

Die für das Continental GT maßgeschneiderten elektronischen Stoßdämpfer können manuell durch den Fahrer in verschiedenen Stufen variiert werden. Innerhalb ihrer voreingestellten Parameter passen sie sich darüber hinaus selbsttätig - etwa beim Bremsen oder Beschleunigen - optimal den jeweiligen Betriebszuständen an.

Ein zentraler Computer verarbeitet dabei die Informationen, die er von den Fahrzeugsensoren bekommt und steuert so die Stoßdämpfereinstellung. Jeder Dämpfer ist in der Lage, die Dämpferrate mehrmals während eines einzigen Ereignisses zu ändern; so zum Beispiel, wenn sich ein Rad beim Überfahren einer Bodenwelle auf und ab bewegt. Hintergrund: Der Computer analysiert sowohl die Bewegungen der Karosserie als auch die der Räder und gleicht so permanent das Verhältnis zwischen Aufbau und Fahrwerk ab.

Darüber hinaus verfügt das Bentley Coupé sowohl über eine Traktionskontrolle als auch über die aktuellste Generation des von Bosch entwickelten elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP); per Tastendruck können beide Systeme bei Bedarf vom Fahrer deaktiviert werden. Im Normalfall werden die Systeme allerdings aktiv sein; ihr Eingreifen vollzieht sich dann stets so zurückhaltend, dass die dynamischen Eigenschaften des Bentley keineswegs elektronisch weggeregelt werden. Bentley betrachtet sowohl die Traktionskontrolle als auch das ESP als Ergänzung des außergewöhnlich guten und dynamischen Verhaltens des Continental GT und nicht als einen unentbehrlichen Bestandteil der aktiven Sicherheitssysteme. Denn das Grundlayout des Fahrwerks erfüllt auch ohne elektronische Unterstützung höchste Anforderungen.

Die Sensorik des Continental GT kontrolliert alle wesentlichen Dynamikwerte, wie etwa die Querbeschleunigung, die jeweiligen Radgeschwindigkeiten, die Position des Gaspedals und den Bremsdruck. Kein Fahrzeug kann sich den Gesetzen der Physik widersetzen, und es gibt extreme Bedingungen, vor denen auch ESP keinen Schutz bietet. Jedoch als zusätzlicher Schutz für den unglücklichen Fahrer, der plötzlich in eine unvorhergesehene Situation gerät, ist sein Sicherheitswert real und offenkundig.

Als sportlichster Bentley seit dem R-Type Continental, ist der neue Continental GT ein durch und durch fahrerorientiertes Automobil. Deshalb sollte das Fahrwerk nicht allein der Motorleistung gerecht werden, sondern vielmehr aufgrund seiner dynamischen Eigenschaften begeistern. Durch umfangreiche Untersuchungen der Feder-, Stoßdämpfer- und Stabilisatorraten und ausgiebige Tests unterschiedlichster Lenkgeometrien wurde dabei ein Handling herausgearbeitet, das ebenso sicher wie faszinierend ist. Besonders die Servotronic-Lenkung vermittelt aufgrund ihrer stets idealen Übersetzung und ausgezeichneter Rückstellkräfte ein hervorragendes Fahrgefühl.

Absolut standfest ist das Bremssystem des Bentley Continental GT. Es besteht rundum aus innenbelüfteten Scheibenbremsen, dem neuesten Bosch Antiblockiersystem mit integriertem Bremsassistenten und einer automatischen Bremskraftverteilung.

Alle Komponenten des Continental GT werden dem aufwendigsten Testprogramm unterzogen, dem je ein Bentley ausgesetzt war. Dabei absolvieren die Prototypen unter anderem auf Rennstrecken wie dem Nürburgring, auf Gebirgspässen und extremen Serpentinenstraßen weltweit einen außergewöhnlich harten Prüfungsmarathon, um die Feinabstimmung der Fahrwerksauslegung weiter zu optimieren. Denn die Komfort- und Handlingeigenschaften des neuen Bentley sollen nicht nur die Standards der Klasse übertreffen, sondern neue Standards definieren.

Die Sicherheitskomponenten des Bentley Continental GT

Den Bentley Continental GT kennzeichnet unabhängig von der Unfallsituation ein außergewöhnlich gutes Crashverhalten. In Ergänzung der optimalen Deformationseigenschaften der Karosserie kommen zudem wirkungsvolle Schutzsysteme zum Einsatz. So verfügt das Coupé über zwei Front-, vier Seiten und zwei weitere seitliche Vorhangairbags, die im Crashfall die gesamte Fensterflanke abdecken. Selbstverständlich sind zudem alle Sitzgurte mit Gurtstraffern ausgerüstet.

Grundsätzlich gilt für die Sicherheitsreserven eines Bentley jedoch, dass der Unfall von Anfang an unter Einsatz optimaler aktiver Sicherheitselemente vermieden werden soll und passive Elemente wie Airbags die zweite Stufe des Schutzsystems bilden. Auf diese Philosophie wurde der Continental GT konsequent abgestimmt. So bietet der serienmäßige Allradantrieb ausgesprochen große Vorteile, kritische Situationen zu bewältigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Elektronische Komponenten wie Traktions-, Stabilitäts- und Bremskontrollsysteme unterstützen den Fahrer ebenfalls dabei, Gefahrensituationen abzuwenden. Darüber hinaus ermöglicht die souveräne Leistungsentfaltung des Motors, Überholvorgänge oder Ausweichmanöver extrem schnell abschließen können.

Die Positionierung des Bentley Continental GT

Drei Aspekte führen zum Bentley Continental GT. Erstens: Der seit über 20 Jahren bei Bentley vorhandene Wunsch nach einem vollständig neuen, kompakten Coupé. Zweitens: Die Bereitstellung des Investitionsvolumen durch die Volkswagen AG umfasste nicht nur die klassische Entwicklung eines neuen Automobils. Vielmehr versetzte das weitreichende Engagement des Konzerns Bentley in die Lage, mit diesem Coupé in den Bereichen Design, Technik und Produktion allen potentiellen Konkurrenten überlegen zu sein. Drittens: Von entscheidender Bedeutung war zudem die realistische Aussicht, durch den Continental GT die weltweite Bentley Klientel zu vergrößern und damit die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens neu zu definieren.

Die Positionierung des Coupés ist eindeutig: Bentley will mit dem neuen Modell eine große Lücke im oberen Segment der Luxuscoupés erschließen. Zur Zeit haben die Kunden in diesem Bereich lediglich die Wahl zwischen zwei Extremen: Entweder entschließen sie sich für einen kompromisslosen Sportwagen mit minimalen Platzverhältnissen; fällt die Wahl dagegen auf eines der großen Coupés, müssen entsprechende Abstriche in der Dynamik in Kauf genommen werden. All jene aber, die auf die Leistung, die Handlingeigenschaften und den Stil eines Hochleistungssportwagens ebenso großen Wert legen wie auf eine hohe Alltagstauglichkeit und ein Platzangebot für vier Personen samt Gepäck, werden bislang nicht bedient. Der Bentley Continental GT Coupé füllt dieses Vakuum.

Die Ergebnisse aufwendiger Markterhebungen zeigen, dass die meisten Continental GT Fahrer deutlich mehr als einen Wagen in ihren Garagen stehen haben und das 75 Prozent aller Käufer bereits Bentley Kunden sind. Das Eroberungspotential von 25 Prozent rekrutiert sich aus einer neuen Klientel. Es sind engagierte Autofahrer, für die der Bentley Continental GT ein automobiles Allroundtalent auf höchstem Niveau darstellt .

Diese neuen Kunden werden zum größten Teil Menschen sein, die Bentley bereits faszinierend finden und gerne eines der aktuellen Produkte hätten. Bislang konnten sie sich diesen Wunsch nicht erfüllen oder wollten es schlichtweg nicht, da sie vor der Investition von rund 150.000 £ ( etwa 240.000 Euro ) zurückschreckten.

Immerhin gehören die derzeitige Bentley Kunden in der Regel zu den vermögensten Menschen der Welt. Es liegt ein großer Schritt zwischen ihnen und jenen immer noch außerordentlich reichen Menschen, die ungern Autos in den gegenwärtigen Bentley Preisregionen kaufen würden. An diese neue Klientel richtet sich der Continental GT.

Doch das Profil des typischen Continental GT Kunden wird nicht nur deshalb von dem der jetzigen Bentley Kunden abweichen. Die heutigen Kunden sind durchschnittlich über 50 Jahre alt; unter bis zu 99 Prozent aller Kaufverträge steht die Unterschrift eines Mannes. Das Alter der GT FahrerInnen wird eher unter 50 Jahren liegen, mit zunehmender Tendenz werden bis zu 15 Prozent von ihnen Frauen sein. Sie sind außerordentlich erfolgreich, arbeiten hart und führen meist ein eigenes Unternehmen. Und während sie sich die Freude an höchster Leistung, Qualität und handwerklicher Kunstfertigkeit mit allen anderen Bentley Kunden teilen, wird das Interesse für progressive Technologien und zeitgemäßes Design bei ihnen größer ausgeprägt sein.

Potentielle Kunden sollen über eine innovative und gezielte Marketingstrategie Informationen erhalten. Um die einzigartigen Botschaften der Marke Bentley zu transportieren, wird darüber hinaus der Motorsport zunehmend dominanter. Insbesondere im Hinblick auf den Continental GT ist dies ein Schlüsselweg. Durch das Engagement in Le Mans beispielsweise erreicht Bentley direkt vor Ort und über die Berichterstattung all jene Menschen, für die vom Rennsport eine große Faszination ausgeht. Nicht zuletzt vermittelt die Darstellung über den Motorsport zudem ein Gefühl für die Tradition und die künftige Ausrichtung von Bentley Motors. Denn niemals zuvor, seitdem das Unternehmen 1931 von Rolls-Royce übernommen wurde, war man sich dem zu bewahrenden Erbe bewusster als heute.

Parallel erreicht Bentley seine neuen Kunden über strategische Bündnisse mit anderen Luxus-Marken, die nicht zur Automobilbranche gehören. Hierzu zählen gemeinsam durchgeführte Veranstaltungen, ein gezieltes Direktmarketing und Internetaktivitäten. "Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir regelmäßigen Kontakt mit ungefähr zehnmal so vielen Menschen auf der Welt wie bisher," sagt Adrian Hallmark, Vorstand für Marketing und Vertrieb. "Dies werden existierende, ehemalige und potentielle Kunden sein.

Wir wollen sie in Fahrveranstaltungen einbeziehen, über die Aktivitäten des Unternehmen aktuell informieren und ihnen eine vollkommen neue und wesentlich persönlichere Betreuung zukommen lassen, als sie es von Herstellern, die Luxusautos in Massenproduktion herstellen, gewöhnt sind. Wir werden mehr für unser Coupé verlangen und deshalb reicht es uns nicht, dies allein durch die Lieferung eines nach unserer Auffassung nachweislich besseren Autos zu rechtfertigen. Unsere Kunden wollen nicht nur ein besseres Auto sehen, sondern auch das bessere Unternehmen".

So wird Bentley trotz der angekündigten Produktionssteigerung in Crewe nur in einem überschaubaren Rahmen wachsen, um stets exklusiv zu bleiben. Das weltweite Händlernetzwerk von zur Zeit 121 Partnern wird in absehbarer Zeit nicht über 150 Betriebe hinaus erweitert. Jeder dieser Händler verkauft nicht mehr als einige Dutzend Autos pro Jahr; die Kunden wissen deshalb, dass sie Teil einer sehr kleinen und sehr exklusiven Bentley Familie sind. Zur individuellen und perfekten Betreuung gehört auch die Möglichkeit, in Crewe die Fertigung des eigenen Bentley erleben zu können. Die Servicewelt vor und nach dem Erwerb eines Bentley spiegelt zudem ein Niveau wider, das rund um den Globus als einzigartig gilt.

Zusammenfassung

Mit der Einführung des den neuen Continental GT erlebt Bentley in jeder Hinsicht einen Wandel; das Coupé selbst und die modernisierten Produktionsanlagen in Crewe markieren den Aufbruch in ein neues und fesselndes Zeitalter der Marke.

Parallel besinnt sich das Unternehmen auf die Visionen von Firmengründer Walter Owen (W.O.) Bentley und damit auf die zentralen Markenwerte. W.O.s These ist heute so fesselnd wie vor 83 Jahren: Er kombinierte wegweisendes Design mit leistungsstarker Antriebstechnik und sagenhafter Handwerkskunst. Damit entstand ein neues, authentisches und einzigartiges Fahrerlebnis. Darüber hinaus sollten seine Automobile mehr sein als nur Freizeitgerät, sie mussten einen tatsächlichen Nutzen bieten und so an elementarer Bedeutung für tägliche Mobilität gewinnen. Großartiger Komfort und unangefochtener Luxus waren für W.O. Bentley ebenso bedeutend wie die Eigenschaft eines Automobils, einzigartig und faszinierend zu sein.

In diesem Sinne wurde der Continental GT konzipiert; W.O. Bentley hätte seine Freude daran gehabt.

Letzte Änderung: 10.04.2004









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