Deutsche beginnen in Detroit mit einer Kampfansage
Als Gründe für die kämpferische Zuversicht des VDA nannte Gottschalk unter anderen das gute Abschneiden des deutschen Angebots in den USA in vergangenen Jahr und das wachsenden Bewusstsein der Amerikaner für Umweltschutz und zu allererst für die steigenden Kraftstoffpreise, die in den USA in den Jahren 2005 und 2006 um rund ein Drittel zugelegt haben. Deswegen gebe es die Chance, dass die Nachwelt diese 100ste Naias auch als historisch ansehen werden, weil zum ersten Mal Begriffe wie alternative Kraftstoffe, alternative Antriebe und Energieeffizienz im Mittelpunkt stehen.
Vor diesem Hintergrund präsentierte Gottschalk in der Eröffnungsveranstaltung der Messe den Diesel neuer Bauart (Clean-Diesel oder Bluetec) als "Effizienzweltmeister", "Verbrauchs-Champions" und "Meisters des Fahrspaßes". Er prognostizierte, dass der Anteil der Diesel-Personenwagen und -Ligthtrucks in den USA von heute rund 3,7 Prozent bis 2010 auf 7,5 Prozent wachsen werde und damit doppelt so hoch liege und liegen werde wie der der Fahrzeuge mit Hybridantrieb. Für die Zukunft sieht der VDA-Präsident ein wesentlich höheres Potenzial für den Diesel, zumal im Jahr 2010 mindestens 85 Prozent aller Tankstellen Dieselkraftstoff in guter Qualität anbieten müssen.
Gottschalk ließ keinen Zweifel daran, dass er für den Hybridantrieb eine Zukunft sieht, an der sich die deutschen Hersteller beteiligen werden. Er wies aber auf die wirtschaftliche Herausforderung hin, mit den bisher geringen Hybrid-Stückzahlen in die Gewinnzone zu kommen. In den USA werden zehn verschiedenen Hybrids angeboten, 250 000 Stück werden pro Jahr verkauft, die überwiegende Mehrzahl Toyota Prius.
Besonders DaimlerChrysler versucht bei dieser Naias, das neue Marktsegment der City-Fahrzeuge zu eröffnen. Dafür präsentiert Smart hier den neuen Smart Fortwo, und Dodge bringt in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Chery einen Kleinwagen nach Nordamerika.
Die deutschen Hersteller insgesamt konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft: Fahrzeuge in der Premiumklasse. Da aus dem Markt selbst keine Wachstumsimpulse zu erwarten seien, müssten die Deutsche - so Gottschalk - selbst Produkt- und Marken-Konjunkturen schaffen. "Wir wissen, dass unser Potenzial auf dem US-Markt längst nicht ausgeschöpft ist." Der Verband rechnet für 2007 mit einem Absatzzuwachs um rund zehn Prozent.
2006 hatten die Deutschen in einem um drei Prozent rückläufigen Markt um 6 Prozent auf insgesamt 921 000 Fahrzeuge zugelegt. Bei Premiumfahrzeugen halten sie einen Marktanteil von 40 Prozent. Damit ist dieser Markt auch für die Beschäftigung in Deutschland wichtig. Inzwischen gehen nach VDA-Angaben rund 14 Prozent der gesamten deutschen Pkw-Exporte aus Deutschland in die USA. Der Handelsbilanzüberschuss daraus beläuft sich auf 20 Mrd Euro. Jeder zwölfte Arbeitsplatz in der deutschen Automobilindustrie hängt inzwischen am US-Markt (ar/Sm) Letzte Änderung: 07.01.2007
Moderne Diesel sollen den Erfolg der deutschen Hersteller in den USA stärken. Foto: UnitedPictures
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