Fahrbericht Ford Fiesta Fun: Aufgewerteter Dauerbrenner
Bei einer Länge von 3,92 Meter bietet der Fiesta nicht nur Fahrer und Beifahrer viel Platz auf straff gepolsterten, aber selbst bei längeren Fahrten komfortablen Gestühl. Auch im Fond fühlen sich zwei groß gewachsene Mitmenschen auf der ausgeformten Rückbank nicht eingeengt. Erst bei fünfköpfiger Besatzung wird es zumindest für denjenigen, der in der Mitte sitzen muss, nicht mehr gemütlich. Die gut verarbeiteten Materialien sind im Gegensatz zu früher erheblich wertiger sowie farbenfroher und von angenehmer Haptik. Die Rund-Instrumente hat man gut im Blick und die Tasten und Hebel sind ergonomisch richtig angeordnet und weitestgehend selbsterklärend.
Der Fahrer hat trotz einer recht breiten C-Säule einen guten Überblick auch nach hinten, muss aber feststellen, dass das Lenkrad nur neigungs- und nicht längseinstellbar ist. Der im Fiesta Fun serienmäßig höhenverstellbare Sitz ist dann ein passable Hilfe. Die großzügigen Platzverhältnisse im Innenraum gehen dank des langen Radstandes nicht zu Lasten des Gepäckabteils, das mit 268 Liter Volumen immer noch Klassen-Durchschnitt erreicht. Klappt man die im Verhältnis 60:40 geteilte Rückbank um, kann man den Kofferraum auf bis zu 945 Liter vergrößern. Und dies, ohne sich die Fingernägel abzubrechen.
Für den Vortrieb in dem von uns gefahrenen Fiesta Fun sorgte der 1,3-Liter-Duratec-Vierzylinder-Benziner mit 51 kW / 70 PS und einem maximalen Drehmoment von 106 Newtonmeter bei 2600 Umdrehungen. Das klingt nicht unbedingt nach satter Leistung, zumal auch die 17,3 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h nicht sonderlich beeindruckend sind. Doch in der Praxis erweist sich das Triebwerk bei allerdings recht hohem Alltags-Verbrauch von gut sieben Litern Super als erheblich durchzugsstärker als zu vermuten ist und hält nicht nur im Stadtverkehr locker mit. Lediglich an längeren Steigungen geht ihm dann doch die Puste aus und man muss fleißig schalten, um den Fiesta in Schwung zu halten.
Angesichts des präzisen, gut abgestuften Fünfgang-Schaltgetriebes ist aber auch das kein Problem. Und in Verbindung mit dem nicht zu straff, aber eben auch nicht zu weich abgestimmten Fahrwerk sowie einer direkten, guten Straßenkontakt vermittelnden Lenkung lässt sich der Fiesta auch mit dieser Motorisierung durchaus zügig bewegen. Der Geradeauslauf ist dabei stabil, die Seitenneigung in Kurven gering. Trotz der guten Handlichkeit und des sicheren Fahrverhaltens sollte das leider nur optionale ESP (510 Euro) dennoch auf jeden Fall geordert werden. Den Fahrfehler kann ja auch der Entgegenkommende begehen.
Ansonsten ist die Sicherheits-Ausstattung im Fiesta Fun erfreulich komplett. Bei ABS mit Bremskraftverstärker, Front- und Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer, 3-Punkte-Gurte mit Gurtstraffern auf allen Sitzen fehlen neben dem ESP nur die für 250 Euro erhältlichen Kopf-Schulterairbags. Und da auch die Komfort-Ausstattung u. a. mit Klimaanlage einschließlich Umluftschaltung, elektrisch abklappenden Außenspiegeln und CD-Radio recht umfangreich ist, gibt es einschließlich ESP und Kopf-Airbags für knapp 13 300 Euro jede Menge Gegenwert. (ar/hhg)
Daten: Ford Fiesta 1,3 Fun
Länge x Breite x Höhe: 3,92 m x 1,68 m x 1,46 m
Leergewicht, Zuladung: 1080 kg / 450 kg
Motor (Bauart, Hubraum): 1,3 Liter, Vierzylinder
Max. Leistung: 51 kW / 70 PS bei 5600 U/min
Max. Drehmoment: 106 Nm (bei 2600 U/min)
Verbrauch NEFZ im Mittel: 6,1 Liter Super
CO2-Emission: 144 g/km
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 17,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Kofferraum: 268 - 945 Liter
Basispreis: 12 525 Euro Letzte Änderung: 10.11.2007
Ford Fiesta Fun. Foto: Auto-Reporter/Ford
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