Fahrbericht Hyundai Grandeur 2.2 CRDi: Zum Wohlfühlen
Der Grandeur ist ein Auto mit hohem Wohlfühlfaktor. Nicht nur die Sitze, sondern auch die Türinnenverkleidungen sind aus Leder. Die Lautsprecher sind mit Stoff bespannt. Die Mittelkonsole besteht zwar aus Aluminiumimitat, sieht aber keineswegs billig aus. Gleiches gilt für die Einfassungen im Armaturenbrett, die edles Wurzelholz vorspiegeln und auch auf den zweiten und dritten Blick noch täuschend echt aussehen. Angenehme Wärme strahlt auch das in dezentem Gelb leuchtende Armaturenbrett aus. Das Leder/Holzdekor-Lenkrad sieht nicht nur gut aus, sondern fasst sich auch so an. Es ist zudem elektrisch verstellbar.
Keine Frage, Hyundais Flaggschiff strahlt ungewöhnlich viel Luxus aus. Dazu zählt auch das elektrisch ausfahrbare Sonnenschutzrollo für die Heckscheibe. Die Rückspiegel fahren beim Einlegen des Rückwärtsganges nach unten und verstellen automatisch und praxisgerecht den Blickwinkel auf Bordstein oder Parklücke. Fahrersitz, Rückspiegeleinstellung und Lenkradposition lassen sich über eine Memoryfunktion für zwei verschiedene Fahrer abspeichern und per Knopfdruck abrufen. Zur Serienausstattung gehören außerdem mehrstufige Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, CD-Audiosystem mit sechs Lautsprechern, Navigationssystem, Tempomat, Zweizonenklimaanlage und Fußraumbeleuchtung sowie Steckdosen in der Mittelkonsole und im Kofferraum. Für Sicherheit sorgen acht Airbags.
Die Liste der Extras ist extrem kurz: Für 930 Euro Aufpreis ist ein elektrisch betätigtes Hub-/Schiebedach lieferbar. 690 Euro kostet eine der drei Metallicfarben als Alternative zur schwarzen Serienlackierung. Das war's.
Die Beinfreiheit auf der Rücksitzbank ist großzügig. Das gilt auch für den dahinter liegenden Kofferraum mit serienmäßigem Gepäcknetz auf dem Boden und 523 Liter Fassungsvermögen. Es lässt sich durch Umlegen der Rücksitzlehne bei Bedarf noch etwas vergrößern.
Der Diesel in der koreanischen Reiselimousine ist mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 11,4 Sekunden bis Tempo 100 kein ausgesprochener Temparamentsbolzen. Die Fünf-Stufen-Automatik sorgt aber für ausreichend zügiges Fortkommen. Die Gangwechsel erfolgen zwar deutlich spürbar, dafür ist das Getriebe aber adaptiv ausgelegt und stellt sich auf den persönlichen Fahrstil ein. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Stufen manuell zu wählen.
Das Aggregat ist zwar im Leerlauf etwas rau, hält sich auf der Autobahn aber akustisch vornehm zurück. Eher melden sich da schon Windgeräusche an der A-Säule. Der von Hyundai angegebene Durchschnittsverbrauch wurde in der Praxis lediglich um 0,6 Liter pro 100 Kilometer überboten. Kein allzu schlechter Wert.
Bei komfortabler, aber ausreichend straffer Federung bleibt der Grandeur auch bei Höchstgeschwindigkeit treu in der Spur und erweist sich als angenehm zu fahrende Reiselimousine. Das Bremspedal geizt allerdings mit einem echten Druckpunkt und verlangt in der Eingewöhnungsphase manchmal ein kurzes Nachtreten.
Vom Komfort her spielt der Grandeur 2.2 CRDi ganz klar eine Klasse höher als der Motor. Der erfüllt seine Aufgabe als Reisebegleiter zur vollsten Zufriedenheit, spielt als Diesel aber von der Leistung her eine halbe Liga tiefer. Wer beim Grandeur Luxus und Kraft auf einem Niveau sucht, muss zum 3,3-Liter-Sechszylinder greifen. (ar/jri)
Daten: Hyundai Grandeur 2.2 CRDi
Länge x Breite x Höhe: 4,90 m x 1,87 m x 1,49 m
Motor (Bauart, Hubraum): Vierzylinder-Diesel, 2188 ccm
Max. Leistung: 114 kW / 155 PS bei 4000 u/min
Max. Drehmoment: 343 Nm bei 1800 - 2500 U/min
Verbrauch NEFZ im Mittel: 7,9 l Diesel
CO2-Emission: 208 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h:11,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h
Leergewicht/Zuladung: 1792 - 1837 kg/ 443 - 488 kg
Kofferraum: 523 Liter
Anhängelast: 900 kg
Basispreis: 41 640 Euro Letzte Änderung: 20.11.2007
Hyundai Grandeur. Foto: Auto-Reporter/Hyundai
Hyundai Grandeur. Foto: Auto-Reporter/Hyundai
Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:
- Fiat 500 ist "Auto des Jahres 2008"
- Renault Laguna Grandtour kommt im Januar 2008
- Neuer Opel Agila mit niedrigem CO2-Wert
- Peugeot 207 SW RC ist 220 km/h schnell
- Chrysler wertet Chrysler 300C auf


