Fahrbericht Nissan Note 1,6 Acenta: Kluger Kasten

Praktische Autos müssen nicht schön sein. Das galt früher einmal. Heutzutage kaufen Menschen Autos über das Design - und da gehen beim Note die Meinungen auseinander. "Von hinten irgendwie komisch", lautete eine Stimme, "der sieht ja wirklich gelungen aus" eine andere. Unbestritten sind jedoch die praktischen Qualitäten des Japaners. Eine Reise mit großem Gepäck zu dritt meisterte der Note ohne Verstimmungen.



Im Test fuhr der Kompakt-Van mit dem bereits aus anderen Baureihen bekannten 1,6-Liter-Benziner vor, der 81 kW/110 PS leistet. Ein spritziger Geselle ohne akustische Auffälligkeiten, der zudem trotz der aufpreispflichtigen Vierstufenautomatik (850 Euro) keinen Schwung vermissen ließ und auch beim Spritkonsum nicht negativ auffiel. 8,0 Liter waren es im Schnitt. Die Automatik ist angenehm, sie schaltet weich und ruckfrei. Nur beim Kickdown kommt ein kerniger Sound aus dem Motorraum. Die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h erreichte der Note locker-leicht.

Viel Platz auf engem Raum ist das Grundkonzept für einen Van - diese Aufgabe erledigt der Note ordentlich. Der Fünftürer mit einer Länge von 4,08 Meter und einem Radstand von 2,60 Meter zielt vor allem auf junge Familien und Freizeitsportler. Innen bietet er trotz der Kürze reichlich Platz und eine um 16 Zentimeter verschiebbare und geteilt klappbare Rückbank. Auch die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich umlegen, das schafft Platz für Gegenstände von bis zu 2,40 Meter Länge. Sind die hinteren Sitze ganz nach hinten geschoben, bleiben immer noch 280 Liter Kofferraumvolumen, das bis auf 437 Liter steigt, wenn die Passagiere die Sitzbank nach vorne rücken. Sind die Rücksitzlehnen umgeklappt, steigt das Transport-Volumen auf bis zu 1332 Liter. Ein so genanntes Flexi-Board-System (Serie ab Ausstattung "Acenta") besteht aus zwei in unterschiedlicher Höhe verankerten Abdeckungen, die im Normalfall mit dem übrigen Laderaumboden abschließen und darunter liegenden Stauraum vor neugierigen Blicken abschirmen. Werden die mit 50 Kilo belastbaren Platten demontiert, stehen die bereits erwähnten 437 Liter Stauvolumen zur Verfügung.

Auf der Rückseite sind sie mit einer genoppten Gummimatte beschichtet, die den Transport von nassen oder schmutzigen Gegenständen erleichtern. Ein fast zwingender Grund das Flexibord ist aber auch die Tatsache, dass beim Umlegen der Sitze die Lehnen klappen und nicht die Sitzflächen. So entsteht beim Umlegen keine ebene Ladefläche, sondern eine Stufe. Die Faserplatten müssen dann die Lücke füllen. Das können andere besser, die mit dem Umklappen der Sitze auch alle Hindernisse verschwinden lassen.

Klapptische an den Rücksitzen, sechs Cupholder, ein großes Handschuhfach und diverse Ablagen machen den Note zum flexiblen und familiengerechten Transporter. Wer die Rücksitze ganz zurück schiebt, hat Platz wie in einer Luxuslimousine. Die Sitzflächen wurden allerdings von einem 1,90-Mter-Mann als zu kurz kritisiert.

Vorn dagegen ist reisetaugliches Gestühl mit ordentlichem Seitenhalt in ausreichender Größe verbaut. Das Lenkrad ist nur in der Höhe verstellbar, trotzdem ist eine ordentliche Sitzposition kein Problem. Unter dem Beifahrersitz befindet sich ein verstecktes Staufach. Schalter und Hebel sind griffgünstig platziert, Optik und Haptik stimmen. Der Regensensor entwickelte ein reges Eigenleben, aber das ist nicht ungewöhnlich undkam auch schon in anderen Fahrzeugen vor. Im Testwagen versüßte das "Comfort-Paket" mit Klimaautomatik, Sechsfach-CD-Wechsler und eben Licht- und Regensensor das Autofahrerleben ebenso wie das Style-Paket mit abgedunkelten Scheiben hinten und 15.Zoll-Leichtmetallfelgen für je 500 Euro. ESP ist übrigens in Serie der Top-Version "Tekna" vorbehalten, sonst kostet es 350 Euro extra. In dieser Fahrzeugklasse unverständlich. Auch wenn der Note in unserem Test mit gutem Komfort und unproblematischen Fahrverhalten überzeugte, attestiertem ihm Fachzeitschriften ein giftiges Heck bei Lastwechseln. Wir haben es auf öffentlichen Straßen nicht ausprobiert.

19 290 Euro kostet der Testwagen mit wirklich üppiger Ausstattung, der Grundpreis in der Ausstattung "Acenta" beträgt mit der empfehlenswerten 1,6-Liter-Motorisierung 17 040 Euro. Ein Navigationssystem ist ab Werk nicht vorgesehen, aber im Handel für 399 Euro (TomTom) oder 449 Euro (VDO Dayton) erhältlich. So erweißt sich der Note nicht nur als praktisch und optisch eigenständig, sondern auch als gut kalkuliert im Preis. (ar/sb)
Letzte Änderung: 03.08.2006





Nissan Note. Foto: Auto-Reporter/Nissan
Nissan Note. Foto: Auto-Reporter/Nissan
Nissan Note. Foto: Auto-Reporter/Nissan
Nissan Note. Foto: Auto-Reporter/Nissan






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