Fahrspurerkennung durch Bildsensorik

Bereits heute vorhandene optische Sensoren, wie Regen- und Lichtsensoren von Hella, sowie das System "Adaptive Cruise Control" (automatische Regelung des Sicherheitsabstands) erhöhen die Verkehrssicherheit und bilden die optimale Grundlage für eine integrative und funktionelle Erweiterung durch Bildsensorkonzepte. Die Fahrspurerkennung gehört zu den ersten Bildverarbeitungs-applikationen im Fahrzeug. Dieses System erkennt die Position des Fahrzeugs relativ zu den Fahrspurmarkierungen und gleicht diese mit der zu erwartenden Fahrerabsicht ab (bestimmbar anhand von Lenkwinkelveränderungen, Blinkgeber- und Bremspedalbetätigung) und kann in kritischen Situationen den Fahrer unterstützend informieren und warnen. Um eine erfolgreiche Bildverarbeitung unter einer Vielzahl von Beleuchtungs- und Witterungsverhältnissen zu gewährleisten, ermitteln robuste, modellbasierte Bildverarbeitungsoperatoren die Position der Fahrspurmarkierung vorausschauend in unterschiedlichen Entfernungen. Ein Zustandsbeobachter mittelt zwischen den so gewonnenen Bildmerkmalen und dem Modell der Gesetzmäßigkeiten der Eigenbewegung sowie der Fahrbahngeometrie und verfolgt somit die Fahrzeugbewegung. Zusätzlich ist eine regelbasierte Merkmalauswahl vorgeschaltet. Anhand festgelegter Regeln werden damit Besonderheiten wie Abbiegespuren und Autobahnausfahrten erkannt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Das gewonnene Abstandssignal Fahrzeug - Fahrspurmarkierung wird genutzt, um dem Fahrer gegebenenfalls eine akustische oder haptische Warnung zu geben. Eine der häufigsten Unfallursachen, das unbeabsichtigte Verlassen der Fahrspur, kann so verhindert werden.

Der Einbau für die Kamera ist im Bereich der Windschutzscheibe vorgesehen. Dieses erfordert eine Optik-Einheit mit Streulichtunterdrückung. Hier ergeben sich sehr gute Bauraum-Symbiosen mit anderen Hella-Produkten wie zum Beispiel dem Regen-Licht-Sensor sowie der vorderen elektronischen Dachbedieneinheit.
Hella arbeitet derzeit mit hoher Priorität an diesem System, das voraussichtlich um 2006 Serienreife erreichen wird. Die größte Herausforderung liegt in der Weiterentwicklung der Software zur Bildverarbeitung. Zusätzlich zur Fahrspurerkennung sollen zukünftig auch Systeme zur aktiven Lichtsteuerung sowie solche zur Unterstützung der Funktionen Stop & Go im ACC-System (Adaptive Cruise Control) bis hin zur elektronischen Notbremse realisiert werden. Die Vernetzung aller Umfeldsensoren wird der nächste Schritt im Bereich der ganzheitlichen Fahrerassistenz sein. Letzte Änderung: 30.12.2003
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