Faurecia-Chef Lévi gibt auf

Der wegen der Korruptionsaffäre in der deutschen Automobilindustrie unter Verdacht der Mitwisserschaft stehende Chef des französischen Zulieferers Faurecia, Pierre Lévi, ist gestern Abend zurückgetreten. Das teilte die Tochter des größten französischen Autobauers PSA Peugeot Citroen nach einer Verwaltungsratssitzung mit. Lévi begründete den Schritt mit den in Deutschland laufenden Ermittlungen. Er wolle weiteren Schaden von Faurecia abwenden, hieß es.

Lévi hatte zugegeben, von Schmiergeldzahlungen an Mitarbeiter der Unternehmen Volkswagen, BMW und Audi gewusst zu haben, um Aufträge zu sichern. Angeblich hatte sich VW-Chef Bernd Pischetsrieder bei PSA-Chef Jean Martin Folz dafür stark gemacht, Lévi abzulösen. Faurecia will im September einen Nachfolger präsentieren, bis dahin führen der Verwaltungsratspräsident Jean-Claude Hanus und Finanzchef Frank Imbert kommissarisch die Geschäfte.

Faurecia-Mitarbeiter sollen seit 1998 jährlich zwischen 600 000 und 800 000 Euro an deutsche Einkaufsmanager gezahlt haben, um sich Vorteile bei der Auftragsvergabe zu sichern. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt ihre Ermittlungen auf elf Zulieferer ausgedehnt. Unter Verdacht stehen unter anderem auch die Unternehmen Lear (USA), Grammer, Altmärker Kunststoff Technik und Magna International (Österreich). (ar/sb) Letzte Änderung: 03.08.2006









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