Fiat: 150 000 Autos in Deutschland im Jahr 2008

Fiat will mit neuen Modellen aller drei Marken in Deutschland zu alter Stärke zurückfinden. Wie Fiat Deutschland-Geschäftsführer Werner H. Frey am Rande der Alfa Romeo Spider-Präsentation in Süditalien sagte, sollen die Verkäufe von Fiat, Alfa Romeo und Lancia von 111 000 Fahrzeugen (inklusive Transporter) im vergangenen Jahr auf 150 000 im Jahr 2008 steigen. Neue Modelle und eine deutliche Ausweitung des Händlernetzes sollen das Wachstum ermöglichen.

Fiat setzt dabei auf eine Mischung zwischen Kommerz und Kult. Rendite bringen Modelle wie der Grande Punto oder der gerade neu vorgestellte Fiat Bravo, für die Aufmerksamkeit sollen der neue Fiat Cinquecento (Marktstart 2008), der Alfa Spider oder der kommende Lancia Delta (2008) sorgen. Ein echtes Statement für die Exklusivität der Marke Alfa haben die Italiener mit dem Supersportler 8C Competitione abgeliefert. Das Edelcoupé mit einer limitierten Auflage von 500 Einheiten zum Preis eines kleinen Reihenhauses (135 000 Euro) ist Frey zufolge ausverkauft. Und bringt jede Menge Renommee. Um Alfa machten sich die Analysten noch vor zwei Jahren ebenso großen Sorgen wie um Lancia. Inzwischen hat sich Fiat klar zur Marke Lancia bekannt, neue Produkte werden aber erst 2008 für neuen Schwung sogen.

Anders Alfa Romeo. Das Unternehmen wird Vorstand Ulrich Mehling zufolge noch 2008 ein neues Fahrzeug im B-Segment bringen, das zusätzlich "rechnerisch" bis zu 6000 Einheiten allein in Deutschland ermöglichen soll. Im vergangenen Jahr schaffte die Marke mit dem Scudetto hierzulande rund 15 000 Zulassungen, 2007 sollen es immerhin 19 000 Autos werden. Luft nach oben sieht Alfa auch international. 160 000 Autos verkaufte die Marke 2006 weltweit, 2010 soll sich diese Zahl auf 300 000 fast verdoppeln. Wichtiger Meilenstein dabei wird der Wiedereintritt in den US-Markt sein, der für das dritte Quartal 2009 geplant ist. Modelle wie der Spider, der Brera oder auch der 159 sollen den Geschmack der Amerikaner treffen und dabei an die Gefühle der 60er und 70er appellieren, als der Spider eine gewichtige Rollen neben Dustin Hoffmann in der "Reifeprüfung" spielte und seitdem Kultcharakter besitzt.

In Europa wird Alfa 2009 den 147 und 166 ersetzen, die neuen Modelle werden 149 und 169 heißen. 2010 wird auch ein Crossover folgen, der unter dem Arbeitstitel "X-Over" firmiert. Generell setzen die Italiener dabei auf eine interne Plattformstrategie. So teilen sich Bravo, Delta und 149 eine Plattform, das B-Segment-Fahrzeug "Alfa-Junior" teilt sich die Technik mit dem Grande Punto. Findet sich im eigenen Haus kein Partner, setzt der Fiat-Konzern auf Kooperationen, um Kosten zu sparen. So teilt sich der Cinquecento Plattform und Fabrik mit dem kommenden Ford Ka. Beide rollen in Polen vom Band und verfügen über eine eigenständige Optik.

Auch weltweit setzt Fiat auf Kooperation. Neue Märkte werden mit Hilfe etablierter Kräfte besetzt. In China arbeitet der Konzern mit Chery und Nanjing zusammen, in Indien mit Tata. Diese Bündnisse werden jedoch erst mittelfristig greifen. Dennoch will Fiat bereits 2007 etwa 300 000 Autos mehr verkaufen als noch 2006 und die Zweimillionen-Marke knacken.

Zurück nach Deutschland. Werner H. Frey wirkt dank des erfolgreichen Turnarounds sehr selbstbewusst. Neue Händler in Ballungsgebieten ermöglichen seiner Meinung nach neue Perspektiven für Fiat und seine Töchter. Im Vorjahr hat er bei den Zahlen aufgerundet, wenn es um den Absatz ging. Die Erwartungen haben sich nicht voll erfüllt. Für 2007 sieht er es anders. "Dieses Mal", so Frey, "habe ich abgerundet". (ar/sb) Letzte Änderung: 09.02.2007









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