Ford buhlt um Renault
Die drei Unternehmen GM, Renault und Nissan haben sich bis Mitte Oktober Zeit gegeben, eine Allianz zu prüfen. Ghosn räumte auch ein, dass der US-Milliardär und GM-Großaktionär Kirk Kerkorian die Gespräche über einen Kooperation durch seine Initiative in Gang gebracht habe. GM und Ford leiden unter dem schwachen US-Absatz und hohen Belastungen durch Pensions- und Krankenversicherungskosten.
Gleichzeitig flammten Gerüchte auf, Ford wolle sich von der Börse zurückziehen. Weil der Aktienkurs derzeit bei nur 7,76 Dollar liegt, wäre der Schritt finanzierbar und würde "nur" rund 13,4 Milliarden Dollar kosten. Die Online-Ausgabe von "USA Today" berichtet heute, die Ford-Familie erwäge eine "Privatisierung", was als Synonym für den Rückzug von der Börse gilt. Die Familien-Dynastie hält zwar nur fünf Prozent der Ford-Aktien, kontrolliert aber etwa 40 Prozent der Papiere.
Nach einem massiven Absatzeinbruch im Juli war vergangenen Woche bekannt geworden, dass Ford die Produktion in Nordamerika im Schlussquartal 2006 um 21 Prozent zurückfahren will. Vorstandschef Bill Ford sagte, die Produktion werde um rund 168 000 Fahrzeuge reduziert. Er sprach von "dramatische Folgen" für Konzern- Mitarbeiter und auch für Zulieferer. Bereits gestern wurde bekannt, dass Ford seine Sanierungspläne mit radikalem Stellenabbau und Werksschließungen forcieren will.
Bereits im laufenden dritten Quartal sollen rund 20 000 Autos weniger als ursprünglich geplant von den Bändern rollen. Die gesamte Produktion soll etwa 3,05 Millionen Autos betragen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von neun Prozent bedeuten würde. (ar/sb) Letzte Änderung: 24.08.2006
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