Ford erwägt Verkauf seiner Finanzsparte
Nachdem zuletzt nicht nur Ford selbst, sonder auch die Tochter Ford Credit von Analysten mit dem so genannten Schrott-Status bewertet wurde, wäre eine Trennung von der Tochter keine unkluge Maßnahme, bewerten Experten. Die Finanzsparte hatte 2005 noch 2,5 Milliarden Dollar zum Ergebnis von Ford beigetragen, im zweiten Quartal 2006 war der Gewinn jedoch um fast 40 Prozent auf 441 Millionen Dollar gefallen - auch wegen der schlechten Einstufung der Analysten und der dadurch teureren Geldbeschaffung.
Erst Ende vergangener Woche wurde darüber spekuliert, Ford wolle sich von der Börse zurückziehen. Weil der Aktienkurs derzeit bei nur 7,70 Dollar liegt, wäre der Schritt finanzierbar und würde "nur" 13,4 Milliarden Dollar kosten. US-Medien berichteten, die Ford-Familie erwäge eine "Privatisierung", was als Synonym für den Rückzug von der Börse gilt. Die Familien-Dynastie hält zwar nur fünf Prozent der Ford-Aktien, kontrolliert aber etwa 40 Prozent der Papiere. Auch ein möglicher Verkauf der Nobel-Töchter Jaguar, Land Rover und Volvo sorgte für Spekulationen.
Nach einem massiven Absatzeinbruch im Juli war vergangene Woche bekannt geworden, dass Ford die Produktion in Nordamerika im Schlussquartal 2006 um 21 Prozent zurückfahren will. Vorstandschef Bill Ford sagte, die Produktion werde um rund 168 000 Fahrzeuge reduziert. Er sprach von "dramatische Folgen" für Konzern- Mitarbeiter und auch für die Zulieferer. Bereits vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Ford seine Sanierungspläne mit radikalem Stellenabbau und Werksschließungen forcieren will. (ar/sb) Letzte Änderung: 28.08.2006
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