Ford-Produktion in Genk: Qualität steht an erster Stelle

Investitionen von 715 Millionen Euro haben es möglich gemacht. Seit Produktionsbeginn des neuen Ford Mondeo, der seine Deutschland-Premiere am 14. April auf der Auto-Ausstellung in Leipzig erlebt, werden in dem belgischen Werk in Genk nun mit den drei Varianten des Mondeo, dem Galaxy und dem S-Max gleich drei Modellreihen mit fünf verschiedenen Karosserien auf einem Band gefertigt. Damit hat die 1964 in Betrieb und 2003 generalüberholte Fabrik in der Produktion eine Flexibilität und Effizienz erreicht, die man bis vor wenigen Jahren nur bei japanischen Herstellern fand.

Neueste Fertigungseinrichtungen, ein ins Werk integrierter Zuliefererpark, modernste Logistik und optimierte Prozessabläufe ermöglichen dadurch im Zweischichtbetrieb täglich 1200 Fahrzeuge zu fertigen, wobei für den Mondeo, der in 60 Länder exportiert werden wird, allein 860 Einheiten vorgesehen sind. Erfordert die Nachfrage einen anderen Mix, ist die Reprogrammierung auf neue Produktionszahlen kurzfristig ohne Schwierigkeiten möglich.

Doch Flexibilität und die daraus entstehende hohe Produktivität ist für das Ford-Management um Werkleiter Guy Martens nur die Voraussetzung für das oberste Ziel in Genk: Qualität. So floss der überwiegende Teil der Investitionen für die Mondeo-Produktion in die Bereiche Presswerk und Karosseriebau, um vornehmlich mit Handhabungsautomaten der neuesten Generation größtmögliche Präzision beim Fertigen der Rohkarosse und beim Einbau von zum Beispiel dem Armaturenbrett oder der Front- und Heckscheibe zu erreichen. Technisches Highlight dabei: Erstmals setzt Ford ein neuartiges Laserlötverfahren ein, um das Dach und die Seitenteile der Fahrzeuge zu verbinden. Statt der konventionellen Methode mit U-Profilen und Punktschweißtechnik werden dabei die Stahlbleche über eine Kupferfalz per Laserstrahl verbunden. Das ergibt nicht nur eine zusätzliche Steifigkeit und damit eine Erhöhung der passiven Sicherheitsreserven, sondern auch eine exzellente Passform - der Einsatz von Kunststoff- oder Gummi-Blenden zur Verkleidung unschöner Schweißnähte erübrigt sich.

Neu ist auch, dass man sich nicht mehr auf eine Endkontrolle der produzierten Fahrzeuge beschränkt, sondern mit Hilfe kleiner portabler Computer sofort nach der Installierung elektrische Funktionen online überprüft. Eventuelle Fehler lassen sich so vor der Montage der Innenverkleidungen beheben und führen beim Endcheck nicht zur zeitaufwändigen und damit teuren und manchmal vergeblichen Suche. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Prüfmechanismen, dass die "just in time" an der Fertigungslinie zugeführten Ausstattungen und Komponenten bis hin zu den Felgen und Radkappen auch die richtigen sind. Abgerundet wird das Qualitäts-Programm durch ein neues Testareal auf dem Genker Werksgelände, wo neben der generellen Abnahme jedes vom Band gerollte Fahrzeug einer Probefahrt unterzogen wird, um eventuelle Stör- bzw. Klappergeräusche der Karosserie direkt beseitigen zu können. Genau darüber hatten sich Mondeo-Kunden in der Vergangenheit des öfteren beklagt. Und bei dem Premium-Anspruch, den der neue Mondeo erfüllen will, soll das natürlich nicht mehr vorkommen. (ar/hhg) Letzte Änderung: 30.03.2007



Ford Mondeo-Produktion in Genk. Foto: Auto-Reporter/Ford
Ford Mondeo-Produktion in Genk. Foto: Auto-Reporter/Ford






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