Ford setzt verstärkt auf Reycling-Materialien und nachwachsende Rohstoffe
Ein gutes Beispiel für die Recycling-Initiative von Ford ist der Focus. Die Ausgangsstoffe für viele Bauteile in dem Modell sind Allerweltsmaterialien des täglichen Lebens wie zum Beispiel Kunststoff-Flaschen, Flaschenverschlüsse, Computer- und Fernsehgehäuse, CDs, Teppiche und sogar Baumwoll-Jeans. So besteht das Heizungsgehäuse zu 25 Prozent aus recyceltem Kunststoff; die Teppiche im Fahrzeug-Innenraum sind zu 20 Prozent aus wiederverwerteten Teppichfasern; der Batterie-Träger besteht zu 50 Prozent aus einem aufgearbeiteten Kunststoff-Mix; die Innenverkleidung der vorderen Radkästen wird vollständig aus recyceltem Polypropylen hergestellt; der Dachhimmel, die Hutablage, die Instrumententafel sowie die Schallschutz-Dämmung enthalten wiederverwertete Textilien.
Gleichzeitig intensiviert Ford die Forschung in die Entwicklung von Materialien, die aus nachwachsenden, ökologischen Rohstoffen wie Sojamehl, Hanf, Sisal und Zellulose bestehen. Diese Bio-Bauteile könnten künftig nicht nur die Abhängigkeit vom Rohöl verringern, sondern auch Gewichtsvorteile bringen. Ford untersucht in diesem Zusammenhang auch Anwendungen mit einem Bio-Kunststoff namens PLA. Er lässt sich aus der Stärke von Getreide, Zuckerrüben oder auch Schilf gewinnen. Ziel ist es, die Eigenschaften von PLA so auszulegen, dass die entsprechenden Produkte einerseits ein ganzes Fahrzeugleben halten, sich aber andererseits innerhalb von 90 bis 120 Tagen nach der Verwertung des Fahrzeugs zersetzen. Kunststoff, der aus Mineralöl gewonnen wird, verrottet dagegen erst nach rund 1000 Jahren. Eine der ersten PLA-Anwendungen könnte eine besonders umweltfreundliche Hülle zum Schutz der Fahrzeuge während ihrer Produktion sein. Künftige Anwendungen sieht Ford zum Beispiel auch für Fußbodenteppiche und -matten, Sitzpolsterungen und Fahrzeug-Innenraumteile aus Spritzguss.
Ford lässt sich bei seiner Initiative vom unternehmenseigenen Product Sustainability Index (PSI) leiten, der besonders strenge Nachhaltigkeits-Standards vorgibt. Aufgrund dieser internen Normen lässt sich bereits ab einem frühen Stadium der Entwicklung eines neuen Fahrzeugmodells dessen Einfluss auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft ermitteln. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 08.03.2010
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