Foto-Ausstellung im Lingotto, Turin
1950 - 1955
Die Anfänge einer Erfolgsgeschichte
13. Mai – 4. September 2005
Eröffnung: Donnerstag 12. Mai
Turin – Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli
„Ich berichtete über Rallyes, Formel 1-Rennen und Automobilausstellungen. Ich besichtigte Automobilhersteller, traf mich mit den Managern und interviewte sie. Es war eine großartige Zeit, stimulierend, aufregend und ein wenig abenteuerlich. Ich benutzte immer meine Leica … eine Kamera, die viele professionelle Fotografen noch immer gerne besitzen würden. (…) Das Fotografieren auf den Rennpisten und bei Rallyes in den 50-er und 60-er Jahren war ein großes Abenteuer. Es gab keine Verbote wie heute, es liefen keine Aufsichtspersonen herum, man konnte fast überall hingehen und sich aufhalten, wo man wollte, an den spektakulärsten und gefährlichsten Stellen oder in den Boxen, wo alle Zutaten für gelungene Aufnahmen vorhanden waren. Heute ist das bei der Formel 1 nicht mehr möglich: keine verschwitzten, ölverschmierten Overalls und T-Shirts, erschöpften Fahrer mit von Abgasen geschwärzten Gesichtern, Ehefrauen und Freundinnen, die mit Stoppuhren um den Hals die Zeiten nehmen, Leute, die jedes Rennen in einem Zustand permanenter Anspannung und mit Herzflattern erlebten und am Ende jeder Runde nervös Ausschau hielten, um zu sehen, ob ihr Wagen noch im Rennen war. Ohne Computer, Telemetrie und Fernsehen war alles viel einfacher, menschlicher und vielleicht – für diejenigen von uns, die sich an die Ereignisse erinnern – faszinierender.“
(Rodolfo Mailander)
Was wäre die Sportwagenszene im Nachkriegseuropa ohne Ferrari gewesen? Was wäre die Formel 1 ohne Ferrari?
Man kann nicht an Autorennen denken, ohne an Ferrari zu denken, eine wahrhaft glamouröse Ikone, die Spannung und Emotion symbolisiert. Die Anfänge seines heutigen Erfolgs stammen aus jahrelangem hartem Arbeiten und Experimentieren, vor allem zwischen 1950 und 1955, den ersten ruhmreichen Jahren außerordentlicher Kreativität. Aufregende Jahre, in denen Ferrari vom mitreißenden Newcomer allmählich zur dominierenden Kraft in den Grand-Prix-Runden und in der Welt der Sportwagen aufstieg.
Einhundert Fotografien, aufgenommen von einem Fotografen mit privilegiertem Zugang zu der Welt der Autorennen und von Ferrari dokumentieren diese frühen Jahre des Erfolgs, die Rennpisten und ihre Protagonisten – Enzo Ferrari, Manuel Fangio, Alberto Ascari, Stirling Moss, Luigi Villoresi – sowie die Sportwagenschmiede Maranello und ihre Produkte, und amüsante Episoden, die in die Geschichte eingegangen sind („Eine der erinnerungswürdigsten Episoden in der Geschichte des Autorennens ereignete sich im Jahr 1952 während der Mille Miglia. Giovanni Bracco lag mit seinem Ferrari wenige Minuten hinter dem Mercedes von Kling. Während in Florenz die Funktionäre seine Wettkampfteilnahmebescheinigung ausfüllten, bat Bracco um eine Korbflasche Chianti. Dank des zusätzlichen “Treibstoffs” schaffte er es, den Deutschen in dem Rennen den Apennin bergauf und bergab zu überholen“).
Diese Ausstellung in der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli ist Ferrari gewidmet und zeigt hundert Fotografien aus dem Bildband „Ferrari by Mailander. The dramatic early years of spectacular creativity and intoxicating success“, herausgegeben von Karl Ludvigsen (Journalist und derzeitiger Besitzer des Mailander-Archivs in seiner weltberühmten Ludvigsen-Bibliothek), verlegt von Dalton Watson in den Vereinigten Staaten, der demnächst in Italien rechtzeitig zur Ausstellung erscheint.
Die Fotografien, darunter einige bisher unveröffentlichte, stammen von Rodolfo Mailander, damals ein junger, von der Welt der Rennwagen begeisterter Reporter. Er war Korrespondent der renommierten Zeitschrift „Automobile Revue”, der „Bibel“ des damaligen Sportwagenjournalismus, arbeitete aber auch für andere Zeitschriften wie Sport Illustrierte, Motorwelt, Auto Italiana, Automobile Year, Autocourse, The Autocar, Auto Speed & Sport und L’Equipe.
Rodolfo Mailander hatte Gelegenheit, in vielen Reportagen über die Wagen von Ferrari in den Grand-Prix-Rennen, Rallyes, Straßen- und Bergrennen zu berichten. Aufgrund seiner Freundschaft mit den Fahrern und insbesondere mit Stirling Moss schaffte er es, seine Leica so einzusetzen, dass ihm spektakuläre und manchmal waghalsige Aufnahmen gelangen („Stirling Moss war der Mann, den ich um Rat fragte, wenn es darum ging, welche die beste Stelle in der Runde war, um gute Fotos zu schießen. Aber er hörte auf, mir Tipps zu geben, nachdem er zwei- oder dreimal genau an der Stelle, die er mir empfohlen hatte, aus dem Rennen ausgeschieden war!“).
Die Ausstellung zeigt auch einige sensible Porträts von Enzo Ferrari und Fahrern aus der Zeit, wie Stirling Moss und Alberto Ascari. Die Fotografien werden ergänzt durch einige Gegenstände und Memorabilia aus den 50er-Jahren, wie Fahrerhelme und Anzüge, Motoren und Modelle.
Zwei historische Fahrzeuge, die zu diesem Anlass von dem Automobilmuseum „Carlo Biscaretti di Ruffia“ ausgeliehen werden konnten, werden auf der Teststrecke des Lingotto ausgestellt sein: der Lancia D 50, der die Übergangsphase zwischen Lancia und Ferrari darstellte und beide Marken trägt, und der Ferrari 246 F1 von Ascari.
In dem Bereich, der „Ferrari heute“ gewidmet ist, wird ein moderner Formel 1-Wagen ausgestellt, der ausnahmsweise von Ferrari für die ersten beiden Ausstellungswochen ausgeliehen wurde, sowie eine private Helmsammlung von den 70er-Jahren bis heute, eine Sammlung von Ferrari-Modellen und einige moderne F1-Motoren.
Das Buch „Ferrari by Mailander“, herausgegeben von Karl Ludvigsen, steht den Journalisten anlässlich der Eröffnung zur Verfügung.
„Ich hatte das Glück, eine Welt zu verfolgen, die ich liebte und dafür bezahlt zu werden. Die intensiven Erinnerungen und Fotos, die Sie in diesem Buch finden werden, zusammen mit meiner Leidenschaft für großartige, schnelle Sportwagen, stammen aus dieser Zeit. Wenn Sie mich zu Hause anrufen möchten, probieren Sie es bitte nicht während ein Grand Prix im Fernsehen läuft.“
(Rodolfo Mailander)
Informationen:
Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli
Via Nizza 230, 10126 Turin, Tel. +39 011 0062713 – Fax: +39 011 0062712 www.pinacoteca-agnelli.it
Eintritt: regulär 6 Euro – ermäßigt (Gruppen) 5 Euro – ermäßigt (Schüler unter 16 Jahren) 4 Euro.
Freier Eintritt für Inhaber des Abbonamento Musei Torino Piemonte und der Torino Card.
Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags 10.00 – 19.00 Uhr. Montags geschlossen.
Reservierungen für Gruppen und Schulklassen oder Führungen: Pinacoteca Ticket Office, Tel. +39 011 0062713
Pressebüro :
Studio Mailander – Barbara Papuzzi
Tel. +39 011 5527312 – Fax: +39 011 5624048 – Mobil: +39 333 6535410
b.papuzzi@mailander.it
Letzte nderung: 14.04.2005
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