Für das Leben im Laster: Wohn-Module
Vor zwei Jahren stand Mo.T.I.S.als Designstudie der Ideenschmiede hymer idc aus Pforzheim auf der IAA, jetzt ist das Produkt marktreif. Erste seriennahe Versionen, eingebaut in einen Mercedes-Benz Actros Megaspace und einen MAN TGX, sind auf der heute (2.10.2008) zu Ende gehenden Nutzfahrzeug-IAA in Hannover zu sehen.
Mo.T.I.S. steht für Modular Truck Interior Systems, also für unterschiedliche Wohnmodule, die derzeit lediglich nachträglich in Lkw-Fahrerhäuser eingebaut werden können. Mittelfristig ist der Einbau direkt ab Hersteller geplant. Hinter der Mo.T.I.S. GmbH stehen verschiedene Unternehmen aus den bereichen Fahrzeugbau und Caravaning, die als Gesellschafter und Systemlieferanten des im Juni 2008 gegründeten Unternehmens fungieren.
Das System beinhaltet ein Bett (200 x 90 cm), das per Schwenkmechanismus unter das Dach gehoben bzw. abgesenkt wird. Eine Rundum-Verdunkelung von Frontscheibe und Seitenfenster sorgt für erholsamen Schlaf, ein Multimedia-System mit DVD-Player und TFT-Bildschirm für Unterhaltung in den Pausenzeiten. Obendrein bietet das Modul-System ein Waschbecken mit Spiegel, außerdem eine Toilette und einen Warmwasserboiler sowie integrierte Frisch- und Abwassertanks. Für das leibliche Wohl ist ein herausnehmbarer Einflammen-Gaskocher an Bord, das Küchenmodul verfügt über eine 60 Liter fassende Kühl-/Gefrier-Kombination sowie eine Mikrowelle und eine optionale Kaffeemaschine. Zwei auch von außen zu beladende Staufächer nehmen Vorräte auf, in Reisetaschen kann der Trucker seine persönliche Bekleidung unterbringen. In drei Versionen (Basic, Comfort und Premium) geht Mo.T.I.S. an den Start. Die Nettopreise sollen zwischen 9500 und rund 15 000 Euro liegen. Künftige Versionen sollen möglicherweise auch über eine eigene Dusche verfügen, dazu müsste jedoch die Struktur der Rückwand des Lkw-Fahrerhauses geändert werden. Der erste Montagebetrieb beginnt im Oktober 2008 in Hannover seine Arbeit.
Mo.T.I.S plant auch die Direktbelieferung von Lkw-Herstellern. Die Systemmontage könnte in der Nähe der Fabriken in entsprechend vorgerüsteten Lkw realisiert werden. (ar/gp) Letzte Änderung: 02.10.2008
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