Galileo-Konsortium vor dem Ende

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht offenbar keine Chancen mehr, dass sich die am Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo beteiligten Unternehmen doch noch auf eine Zusammenarbeit nach Vorstellungen der EU verständigen. Er geht jetzt davon aus, dass die Steuerzahler für das Projekt aufkommen müssen. Die Hoffnung auf eine Einigung mit den acht Unternehmen Alcatel-Lucent, AENA, EADS, Finmeccanica, Hispasat, Inmarsat, TeleOp und Thales bezeichnete er heute (7. Mai) als "sehr gering".

Die EU hatten dem Konsortium ein Ultimatum bis Donnerstag gesetzt, das Projekt nach den Forderungen der Gemeinschaft umzusetzen. Inhalt des Ultimatums ist ein Krisenplan, in dem die beteiligten Unternehmen verpflichtet werden sollen, das Projekt bis 2011 zu starten. Insgesamt sollen 30 Satelliten ins All geschossen werden, die dann in Konkurrenz mit dem amerikanischen GPS-System treten sollen. Die Unternehmen sollen jedoch die Kosten von etwa vier Milliarden vorstrecken und anschließend am Gewinn beteiligt werden. Sie fordern unter anderem Absicherung finanzieller Risiken. Die Anlaufkosten des Projektes werden auf mindestens vier Milliarden Euro geschätzt. Auch innerhalb des Konsortiums gibt es Kompetenzstreitigkeiten. So fordern Deutschland, Italien und Spanien jeweils eigene Galileo-Kontrollzentren. Tiefensee gibt sich trotzdem zuversichtlich: Er sei sicher, dass sich eine wirtschaftliche Lösung finden lasse. (ar/os) Letzte Änderung: 07.05.2007









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