Gastkommentar: Kommt der chinesische Autokonzern?
Das Gedankenspiel kommt der politischen Führung der Volksrepublik vermutlich nicht ungelegen. Wo immer die ideologisierte Obrigkeit Veranlassung und gleichzeitig Möglichkeiten sieht, ins marktwirtschaftliche Geschehen dirigierend einzugreifen, wird sie das weiter tun. Und ein Branchenkonzern lässt sich nun mal leichter im Auge behalten als zwei selbstständige Betriebe. Den zahlreichen kleinen chinesischen Automobilherstellern auf die Finger zu gucken, bleibt schwer genug.
Jetzt sind Arbeitsgruppen dabei, die angedachte Fusion von SAIC und NAC auf deren vermuteten vielseitigen Nutzen abzuklopfen. Wenn sich der größte chinesische Autohersteller, die Shanghai Automotive Industry Corporation, mit der Nanjing Automobile Corporation tatsächlich zusammenschließt, käme es zu einem Global Player, an dessen Ehrgeiz, Durchsetzungskraft und Erfolg man besser nicht zweifeln sollte.
Was China wirtschaftlich vorhat, verschafft dem Begriff der Dimension in vielen Bereichen eine neue respektvolle Interpretation. Inzwischen hat die Autobranche gelernt, dass das Zusammengehen ein Weg ist, um Kräfte zu bündeln - oder aber auch zu scheitern. Beflügeln mag das Vorhaben von SAIC und NAC ein chinesisches Sprichwort: "Ein Weg wird erst dann ein Weg, wenn einer ihn geht." Ein entschlossener erster Schritt scheint jedenfalls gegangen worden zu sein. (ar/PS/WR) Letzte Änderung: 05.08.2007
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