Gastkommentar: Künastsches Halbwissen und dessen Folgen

Wie dicht gute und schlechte Werbung beieinander liegen, wurde dieser Tage einmal mehr deutlich, als die ehemalige Verbraucherschutzministerin Renate Künast dazu aufrief "Hybrid-Autos von Toyota" zu kaufen. Zweifellos hat diese grandiose Empfehlung der grünen Fraktionschefin die Kölner Toyota-Zentrale hoch erfreut. "Uns könnte fast schwindelig werden", zitiert die "Wirtschaftswoche" einen Vertreter der Deutschland-Zentrale.

Doch so gut die Werbung für Toyota, so schlecht die für Künast in eigener Sache. "Mir ist aktuell zu viel Halbwissen im Markt", kommentiert der neue Audi-Chef Rupert Stadler gegenüber der "FAZ" kursierende Äußerungen zu Klimaschutz und umweltfreundlichen Antrieben. "Audi und die gesamte deutsche Autoindustrie sind bei neuen Technologien führend, da brauchen wir unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Der Dieselantrieb ist von seinem Wirkungsgrad her unschlagbar. Und unser Audi Q7 erscheint 2008 auch in einer Hybridversion."

Der Künastsche Aufruf hat Stadler "massiv geärgert". Und er bringt ein Beispiel dafür, wie undifferenziert Äußerungen und Anschuldigungen heute die Runde machen: "Nehmen Sie nur unseren von den Fahrleistungen vergleichbaren Audi A8 3,0 TDI mit 227 Gramm CO2-Ausstoß und vergleichen Sie ihn mit dem Lexus LS 600 Hybrid, der bei 220 Gramm liegt." Stadler würde sich freuen, "wenn unsere Politiker deutlicher hinter unserer Industrie- und Standortpolitik" stünden. Denn der Klimaschutz sei nicht allein Aufgabe der Autoindustrie. "Wenn ich sehe, wie viele Mittel aus der Mineralölsteuer nicht zweckgebunden in die Automobilindustrie zurücklaufen, dann habe ich für die aktuelle Diskussion überhaupt kein Verständnis", positioniert sich der Audi-Chef deutlich. (ar/ar)

Der Text wurde der aktuellen Ausgabe von "PS Automobilreport" entnommen. Letzte Änderung: 24.02.2007









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