Gastkommentar: Stimmungsmache gegen die Deutschen

Es ist nicht verwunderlich, dass ausgerechnet jetzt in Brüssel eine Studie veröffentlicht wird, die eindeutig gegen die deutsche Autoindustrie gerichtet ist. In diesen Wochen wird dort nämlich darüber beraten und diskutiert, inwieweit die EU-Normen auf die Gewichtsklassen von Fahrzeugen Rücksicht nehmen sollen. Dagegen laufen vor allem die Hersteller leichter Kleinwagen Sturm, die in Frankreich und Italien beheimatet sind. Deshalb ist das Ergebnis der Studie durchaus verzerrt zu nennen, denn die umfangreichsten prozentualen Verbrauchsminderungen haben tatsächlich die Hersteller großer Fahrzeuge geleistet; vor allem die deutschen.

Darüber hinaus ist es ziemlich leichtsinnig, ausgerechnet die Jahre 2005 und 2006 miteinander zu vergleichen. Hätte die Studie die letzten zehn Jahre zugrunde gelegt, würde erkennbar werden, dass die Hersteller von Kleinwagen in Frankreich und Italien deutlich weniger Verbrauch reduziert haben als die Premiumhersteller in Deutschland. Nur wird das von autokritischen Organisationen gern ausgeblendet, weil sich das Feindbild Automobil am leichtesten dort festmachen lässt, wo auch die Gesellschaftskritik ansetzt: an teuren Autos und damit am sogenannten Reichtum weniger Privilegierter.

Dass teure Technologien in Sachen Sicherheit und Umwelt vor allem über die hochpreisigen Premiumfahrzeuge finanziert werden, bleibt bei dieser Art kritischer Polemik natürlich unberücksichtigt. Bleibt zu hoffen, dass die Politik in Deutschland auch die Interessen Deutschlands vertritt und durchsetzt, was eigentlich bereits als Konsens erschien: Abgaslimits nach Gewichtsklassen und nicht über alle Fahrzeugklassen hinweg. (ar/PS/HU)

(Entnommen aus der aktuellen Ausgabe des Branchen-Informationsdienstes PS-Automobilreport)
Letzte Änderung: 18.11.2007









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