Genf 2010: BMW zeigt den 5er als vorausschauenden Hybrid
Die Unterstützung des Verbrennungsmotors erfolgt durch einen speziell entwickelten Elektroantrieb, der in kompakter Bauweise zwischen dem Reihensechszylinder und dem Automatikgetriebe angeordnet ist. Der Elektromotor, der seine Energie aus einem Hochvoltspeicher im Heck des Fahrzeugs bezieht, erzeugt eine Leistung von 40 kW/ 54 PS Als Verbindung zwischen Benzinmotor und Elektroantrieb dient eine automatische Kupplung. In den Schub- und Bremsphasen übernimmt der Elektroantrieb die Funktion eines Generators, der Strom erzeugt und diesen in den Hochvoltspeicher einspeist. Er versorgt neben dem Elektromotor auch das Bordnetz des Fahrzeugs mit Strom. Dieses Konzept ermöglicht unter anderem den Betrieb einer Standklimatisierung, die mittels Fernbedienung aktiviert werden kann und anschließend bereits vor dem Motorstart den Innenraum der Limousine auf ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau abkühlt. Außerdem ist eine komfortable Nutzung des rein elektrischen Fahrmodus sowie der Start-Stopp-Funktion gewährleistet, weil auch bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor sämtliche elektronischen Funktionen wie Audioanlage, Klimatisierung oder Navigation weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
Ein weiteres Merkmal des Energiemanagements im Konzeptfahrzeug ist die Fähigkeit, die Betriebsstrategie nicht nur an die aktuelle, sondern auch an eine unmittelbar bevorstehende Fahrsituation anzupassen. Zu diesem Zweck wertet die Leistungselektronik frühzeitig auch Daten aus, die auf eine Änderung der äußeren Bedingungen oder des Fahrerwunsches hindeuten, und bereitet die Komponenten des Antriebssystems und der Fahrzeugelektronik darauf vor.
Für eine vorausschauende Analyse der Fahrsituation werden Daten genutzt, die von der Motor- und Fahrwerkssteuerung sowie von den Sensoren der an Bord befindlichen Fahrerassistenzsysteme erfasst werden. Zusätzlich fließen auch die im Navigationssystem gespeicherten Angaben über die vom Fahrer gewählte Route in die Berechnung ein. Dadurch wird das System in die Lage versetzt, eine Prognose für die Fahrsituation auf der unmittelbar voraus liegenden Strecke zu erstellen. Auf Basis dieser Analyse wird das Fahrzeug vorausschauend konditioniert und die Energie möglichst effizient genutzt.
Ermittelt das System beispielsweise, dass eine Gefällestrecke auf der Autobahn bevorsteht, wird schon eine gewisse Zeitspanne vor Erreichen dieser Situation der Ladezustand des Hochvoltspeichers so gesteuert, dass die Bremsenergie durch das System mit maximaler Effizienz zurückgewonnen werden kann. Ebenso kann rechtzeitig vor dem Erreichen des Fahrtziels eine möglichst vollständige Aufladung des Energiespeichers bewirkt werden, um in der Zielzone einen maximalen elektrischen Fahrbetrieb zu ermöglichen. Durch die Vorausschau wird die elektrische Reichweite um bis zu 30 Prozent erhöht. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 02.03.2010
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