Geschwindigkeit: Wie schnell ist sicher?
Der Professor für Mobilität und Verkehr an der TU Kaiserlautern nennt den Straßenverkehr ein fehlerhaft belastetes System. Auf 1000 Handlungen eines Autofahrers kommt eine Fehlentscheidung, rechnete Hartmut Topp auf einem Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zum Thema "Geschwindigkeit" vor. Je höher dann das gefahrene Tempo sei, desto schlimmer die Folgen, denn die kinetische Energie nehme nun einmal im Quadrat der Geschwindigkeit zu. So habe ein Fahrzeug mit 180 km/h dreimal soviel Bewegungsenergie wie ein Auto mit 120 km/h.
"Je schwerer der Unfall, desto häufiger spielt die Geschwindigkeit eine Rolle oder, wie man in England sagt, ,The faster you drive the harder you crash' ", erklärte Topp. Vor diesem Hintergrund befürworte die Mehrheit der Bevölkerung - nicht der Autofahrer - ein Tempolimit. Ein älterer Großversuch in Hessen mit Tempo 100 auf der Autobahn habe zu einer Halbierung der Toten und Verletzten geführt, erinnerte der Professor des Institutes für Mobilität und Verkehr in Kaiserslautern.
Experten gehen davon aus, dass eine Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit in Europa um 1 km/h zu einem Rückgang der Unfälle mit Verletzten um zwei Prozent, der mit Schwerverletzten um drei und der mit Todesopfern um vier Prozent führen würde.
Doch nicht nur den Temporausch, sondern auch die großen Geschwindigkeitsunterscheide auf deutschen Autobahnen hält Hartmut Topp für "mindestens genauso problematisch". Er geht davon aus, dass eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 bis 80 km/h die Kapazität und den Verkehrsfluss deutlich erhöhen würde.
In Städten befürwortet der Verkehrsexperte aus Sicherheitsgründen generell Tempo 30. "Dann dürfte es innerorts so gut wie keine Verkehrstoten mehr geben." (ar/jri) Letzte Änderung: 29.11.2007
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