Glosse: Männerfreundschaften
Ed Whiteacre, der ehemalige CEO des Telefonriesen AT&T, stellt sich zwar immer vor sein "Board". Dennoch zögert er nicht, dessen Entscheidungen anzuzweifeln oder zu ändern. Whiteacre's Verwaltungsrat war es, der die Henderson-Entscheidung zu Fall brachte, Anteile von Opel und Vauxhall an den Zulieferer Magna und die Sberbank zu verkaufen. Gerade diese Woche berichtet "Detroit Free Press", Whitacre sehe den erneuten Börsengang von GM nicht so schnell kommen wie Henderson.
Und ebenfalls ganz aktuell zeigt sich im Prozess der Sanierung von Opel und Vauxhall ein weiterer Konflikt. Während Henderson von rund drei Milliarden Euro Sanierungskosten spricht und seine Mannschaft das Gespräch mit den beteiligten europäischen Regierungen sucht, sieht Ed Whiteacre die Dinge ganz locker. In einem von GM autorisierten Text für den "Münchner Merkur" erklärt der Verwaltungsratsvorsitzende: "Unsere Umsatzzahlen sind zuletzt erfreulich gewesen. Ich spüre jede Menge Enthusiasmus im Konzern. Und ich glaube, dass wir gar keine Gelder der Bundesregierung für Opel brauchen. Wenn Frau Merkel nichts zur Verfügung stellen will, dann bezahlen wir das eben selbst. Vielleicht macht diese Nachricht ja Ihre Bundeskanzlerin glücklich."
Angela Merkel wird glücklich sein; der neue Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sicher ebenfalls und auch die Arbeitnehmervertreter. Da fällt es den Opel-Beschäftigten in Europa leichter, darauf zu beharren, dass es gegenüber GM keine Zugeständnisse geben werde.
In Detroit lästern die Medien bereits, es sei, Whiteacre, der bei GM im Sattel sitze und gern seinen CEO mobbe. Es wird wohl nichts mit der Männerfreundschaft zwischen den beiden Großen bei GM. (ampnet/Sm)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 17.11.2009
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