Glosse: Mit Konsequenz zur Markenbildung

Wer seine Marke aufbauen will, braucht dazu ein klares Konzept, Zeit und Konsequenz. Audi liefert dafür ein vortreffliches Beispiel und das nicht nur mit dem Slogan "Vorsprung durch Technk". Für Journalisten, denen man gemeinhin nachsagt, sie seien keinem leiblichen Genuß abgeneigt, geht das Ingolstädter Marketingkonzept voll auf.

Seit dem Genfer Automobilsalon 1990 ist auf dem Audi-Messestand üblich, dass man bei den Pressetagen der sogenannten A-Messen von Audi mit einem schlichten, aber typisch bayerischen Gericht zum zweiten Frühstück gelockt wird. Bis 12 Uhr reicht man auf dem Messestand Weißwurst mit süßem Senf und einer Brezel. Wer die lokale und leckere Zwischenmalzeit dann auch noch mit einem Weißbier komplettiert, hat sich voll auf dieses Audi-Spiel mit Traditionen eingelassen. Allerdings finden sich auch unter Journalisten immer wieder "Warmduscher", die zur Weißwurst ein Wasser bevorzugen.

Die Weißwurst ist dabei auf jedem Messetand in aller Welt von gleichbleibend hoher Qualität. Das müssen auch die japanischen Kollegen hier bei der Tokio Motor Show anerkennen, die sich gern in die besondere Technik des Weißwurstessens einweisen lassen. In Tokio sorgt ein Japaner für die klassische Weißwurst, der sein Schlachterhandwerk in bayerischen Lengrieß gelernt hat.

In die USA, in die ja ebenfalls keine Lebensmittel eingeführt werden dürfen, bringt Audi Frank Langer mit. "Franky" ist der hauseigene Schlachter mit Hang zur Weißwurst, der in den Staaten mit amerikanischen Zutaten echte bayerische Weißwurst auf den Teller bringt. Dafür kann er in den USA nur einen Handapparat zum Wursten einsetzen. Deswegen sind die Würste dort ein wenig ungleichmäßiger und dicker als in Ingoldstadt. Aber sie schmecken überall und geben Journalisten wie Gästen den kleinen Hauch von Heimat, den man auf der anderen Seite der Erde nach Sushi und Sashimi gern mal einschiebt.

So kann man auch mit kleinen Sachen müden Journalisten Beine machen. Die Idee entstand einst in der Presseabteilung von Lutz Schilling in Zusammenarbeit mit dem heutigen Leiter des Event Caterings Gerd Muthenthaller und wird seitdem von allen Pressechefs und Produktpresseleiter hinweg gepflegt. Und das waren einige: Essing folgte kurz auf Schilling, dann Rainer Nistl und Stephan Grühsem und nun der Kommunikationschef Toni Melfi und der Produktmann Peter Thul.

Auch die jetzige Generation wird an dieser Tradition sicher nichts ändern, damit sie drei Jahren ein Jubiläum begehen kann: 20 Jahre Weißwurst bei Audi. Für die Journalisten in aller Welt gehört die Weißwurst schließlich zum Kern der Marke Audi. Deswegen werden hoffentlich der gelernte Koch Klaus-Dieter Bitterwolf und die Damen hinter dem Tresen den Journalisten und Gästen helfen, mit der Weißwurst den Jetlag oder andere anstrengende Ereignisse für einen Moment zu vergessen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 25.10.2007









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