Glosse: Wie Klimaskeptiker der Ächtung anheimfallen
Zu begreifen gilt: Es gehört sich nicht, auch nur andeutungsweise infrage zu stellen, dass der Mensch das Klima beeinflussen kann, und gar zu vermuten, dass offizielle klimapolitische Orientierungen, etwa die Appelle zur CO2-Reduzierung, dem Bürger allein Einsicht für zusätzliche Abgaben und Steuern gewinnen lassen sollen. Selbstverständlich kann dazu jeder seine ganz persönliche Meinung haben.
Journalisten aber, die argumentativ öffentlich machen, dass sie zu den Klimaskeptikern zählen, müssen damit rechnen, dass sie gar auf eine "schwarze Liste" kommen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verwies in diesem Zusammenhang auf die Wochenzeitung "Die Zeit", in der Professor Rahmstorf vom Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung - dem mit Steuergeldern geförderten "führenden Ratgeber für Politik und Wirtschaft" ("FAZ") - einmal bekannt habe, dass Journalisten, die sich "nicht seiner Meinung unterordnen", und Wissenschaftler, "die nicht seiner Meinung sind", damit rechnen müssten, persönlich angegriffen zu werden.
Ergo: Wer an der offiziellen Klimapolitik kratzt, muss sich seine Ächtung gefallen lassen. Die bis 2006 agierende britische Umweltministerin Margaret Beckett verglich Klimaskeptiker gar mit den Sympathisanten des islamischen Terrorismus. "Keiner von beiden sollte Zugang zu den Medien haben", soll Beckett ereifert haben.
Starker Tobak scheint "very british" zu sein. Der Umweltkorrespondent des "Guardian" urteilte Klimaskeptiker auf seine Weise ab: "Wir sollten Kriegsverbrecherprozesse für diese Bastarde haben - eine Art von Klima-Nürnberg." Es fällt schwer, das als schwarzen britischen Humor durchgehen zu lassen.
Geradezu harmlos wirkt nach solchem verbalen Ausraster die Aufforderung des US-amerikanischen Umweltkämpfers Al Gore, "Abtrünnige zu unterdrücken". Selbst der vermeintlich Abtrünnige sollte aber doch noch Fragen stellen dürfen! Bekanntlich sitzt Misstrauen tief. Das lässt sich begreifen. Menschen, die wiederholt erlebten, wie Kampagnen gestartet wurden, um politische Ziele zu erreichen, ist die möglicherweise angeborene Gutgläubigkeit einfach abhanden gekommen. (ar/PS/WR)
(Entnommen aus der aktuellen Ausgabe des Branchen-Informationsdienstes PS-Automobilreport) Letzte Änderung: 21.09.2008
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